Wenn Maja mit dem Sherlock tanzt
Knappnesia verleiht ausgefallene Faschingskostüme
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| Auch ausgefallenere Kostümwünsche werden erfüllt, hier die Biene Maja. Bild: Harald Mohr |
Zum Beispiel bei der Sulzbach-Rosenberger Faschingsgesellschaft Knappnesia. Rund 700 Kostüme haben sich dort in all den Jahrzehnten angehäuft. Sie stammen von der Showtanzgarde, die jedes Jahr mit neuen Kostümen auftritt, was zwangsläufig die Ausmusterung der Vorjahres-Kleidung mit sich bringt. Und genau die kann man im nächsten Jahr frisch gewaschen und gereinigt ausleihen.
Die Ausleihgebühr beträgt von drei Euro für eine Perücke bis zu 30 Euro für ein prächtiges Prinzessinnenkleid. Margit Rathei, Maria Enders und Monika Riedl sind in den Faschingswochen jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr im Vereinsheim in der Frommstraße und helfen bei der Auswahl der Kostüme. Besonders gern werden wie eh und je Westernklamotten, Fracks, Teufelchen, Clowns und Hexen genommen. Aber auch ausgefalleneres gibt es: ein Eisbären-Kostüm etwa oder die Biene Maja.
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| Wie wär's mal als Sherlock Holmes? Maria Enders zeigt das passende Kostüm. Bilder: Harald Mohr |
Für die Qualität der Kostüme bürgen die „Hof-Schneiderinnen“ Erika Suttner und Johanna Herold. Das Thema des Showtanzes bestimmt „Kostüm-Ministerin“ Daniela Herold, die gleichzeitig die Choreographie schreibt und die Tänzerinnen und Tänzer ausbildet. Hierbei arbeitet man eng zusammen mit der Tanzschule von Patrizia Egerer, der Tochter des Präsidenten Franz Kick.
So ist gewährleistet, dass die jungen Tanz-Eleven professionellen Unterricht bekommen, und das bei einem Jahresbeitrag von nur 14 Euro, wobei Schülerinnen sogar nur sieben Euro bezahlen.
Von dieser Möglichkeit machen viele Gebrauch. Aber auch für den Verein hat diese Vorgehensweise Vorteile: „Wir kommen so an junge Leute ran“, freut sich der Präsident. Tatsächlich hat man keine Nachwuchsprobleme. „Wir haben im vergangenen Jahr 13 Neue bekommen.“ Stolz verweist man darauf, auch Integrationsarbeit geleistet zu haben. Als in den neunziger Jahren viele Russlanddeutsche nach Sulzbach-Rosenberg kamen, traten etwa 40 Mädchen dem Verein ein. Sogar heute sind noch fünf im Verein, obwohl die meisten Russlanddeutschen längst in Richtung Westen weitergezogen sind.
Wer sich ein Kostüm ausleiht, unterstützt so auch die Vereinsarbeit. Denn die Erhaltung der Faschings-Tradition ist nicht billig. Die Saalmieten und die Kosten für eine Band werden heute kaum noch von den Eintrittspreisen eines Faschingsballs gedeckt, denn immer weniger Menschen gehen auf klassische Faschingsbälle.
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| Präsident Franz Kick leitet die Geschicke der Knappnesia. |
„Auch haben wir im Jahr neun- bis zehntausend Euro Kostümkosten“, ergänzt Franz Kick. Zwar nähen die Hof-Schneiderinnen ehrenamtlich, aber der Stoff für das „Ornat“ der 65 aktiven Mitglieder ist vom Feinsten. Vor allem legt man großen Wert darauf, dass die Vereinsfarben Rot und Weiß im genau richtigen Farbton rüberkommen. Da wird nicht gespart, denn man will die alte Faschingskultur ohne Einschränkungen an die junge Generation weitergeben.
Wer sich für die „Knappnesia“ interessiert: Mehr Informationen gibt es unter www.knappnesia.de.
Harald Mohr
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| Margit Rathei hat etwa 700 Kostüme zum Ausleihen im Angebot. |
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