Vor der Kamera die Welt erklären
BR-Korrespondent Martin Gruber spricht vor Schülern über den "Traumberuf Journalist"
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| Abwechslungsreicher Job: Martin Gruber ist für den BR inzwischen auch mit der Kamera unterwegs. Bilder: Harald Mohr |
Er ist einer der 17 Landeskorrespondenten des Bayerischen Rundfunks und berichtet von seinem Amberger Korrespondentenbüro von den Ereignissen der nördlichen Oberpfalz für alle Radiosender des BR sowie die "Abendschau" im Bayerischen Fernsehen. Dabei arbeitet Martin Gruber "trimedial", das heißt, er erstellt Berichte fürs Radio, Fernsehen und das Internet.
"Wer kann sich vorstellen, dass er so was macht?", fragte Gruber das Auditorium, das überwiegend aus Schülerinnen bestand. Tatsächlich zeigten sich einige enttäuscht: "Nicht spannend genug" sei dieser Beruf oder auch "zu regional". Darauf Martin Gruber: "Ich seh schon, Ihr wollt alle in die große weite Welt hinaus."
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| Nicht immer geht es so hektisch zu wie hier in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Dennoch sollte ein Journalist stressresistent sein. Archivbild: Harald Mohr |
Doch die Arbeit eines hauptberuflichen Journalisten sei auch anspruchsvoll, wenn sein Gebiet "nur" die nördliche Oberpfalz umfasst. "Regional heißt, Themen von überregionalem Interesse", stellte Gruber richtig. Wenn in der Region Bienen sterben, dann passiere das schließlich auch im übrigen Deutschland. Und die Bevölkerung will wissen, warum. Dazu muss sich der Reporter schnell in immer neue Gebiete einarbeiten. "Man sollte schon offen sein für jedes Thema." Dazu sei eine umfassende Allgemeinbildung unerlässlich. Besonders im Bereich Politik solle man "ein bisschen up-to-date sein". Auch der Bereich Soziales werde immer wichtiger.
Wie wird man Journalist? Zwar gibt es Journalistenschulen, die meisten Journalisten haben aber keine spezifische Ausbildung. Ein Studium sei in jedem Fall eine gute Basis. "Das kann alles sein", erklärte Martin Gruber. "Mein Chef in Regensburg ist studierter Architekt." Der Einstieg in den Journalismus erfolge dann für gewöhnlich über ein Volontariat bei einem Radio- oder Fernsehsender oder einer Zeitung. Immer häufiger werden die Quereinsteiger. "Da gehör' ich dazu, ich bin gelernter Polizist", verblüffte Martin Gruber. 17 Jahre lang war er bei einem Passauer Radiosender beschäftigt, zuletzt als Studioleiter. Seit 2007 ist er beim BR in Amberg.
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| Beim Aktionstag "Berufsorientierung und Studium (BuS)" konnte man auch Technik der Firma Siemens bewundern. |
Doch wie leicht ist es, ein Journalist zu werden? Das erste Problem sei, dass viele darin ihren "Traumjob" sehen, die prestigeträchtigen Medien daher hoffnungslos mit Bewerbungen überschwemmt werden. "Bei der Süddeutschen Zeitung haben sich 400 auf acht Volontärsstellen beworben." Einfacher gelingt der Einstieg über eine freie Mitarbeit und bei kleineren Medien. Wer sich bewährt, kann es zum "Pauschalisten" bringen, der jeden Monat ein Honorarfixum bekommt.
Martin Gruber schätzt den Anteil an freien Mitarbeitern bei den Medien auf 80 Prozent. Er selbst habe nie bereut, Journalist geworden zu sein. Seit 22 Jahren arbeite er nun in diesem Beruf. "Und ich hatte keinen Tag, an dem ich missmutig in die Arbeit gegangen bin." Harald Mohr
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