Amberg
Fortschritt in der Lungenkrebsdiagnostik
Endobronchialer Ultraschall (EBUS)
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Jährlich erkranken in Deutschland rund 50.000 Menschen neu an einem Bronchialkarzinom. Mit über 35.000 Erkrankungen bei Männern sind diese weit häufiger betroffen als Frauen, aber auch hier steigt die Anzahl deutlich.
Um ein möglichst optimales Behandlungsergebnis zu erreichen, möglicherweise sogar eine Heilung, ist es entscheidend, dass die Diagnose so frühzeitig wie möglich gestellt wird. Im Hinblick auf die Therapie und die Prognose ist es außerdem wichtig festzustellen, um welche Krebsart (es gibt mehrere feingeweblich unterschiedliche Arten von Lungenkrebs) es sich handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Wenn der Tumor nicht über eine einfache Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) erreichbar ist oder man von einem möglichen Tumorbefall der benachbarten Lymphknoten ausgehen muss, stellt der so genannte endobronchiale Ultraschall (EBUS) eine wertvolle Verbesserung für die pneumologische Diagnostik dar.
Das neue Ultraschallverfahren macht eine sonographische Darstellung von mediastinalen Lymphknoten möglich und ermöglicht so eine sicherere Einschätzung von Veränderungen in der Lunge. Hierbei ist ein spezielles Bronchoskop zusätzlich mit einem Ultraschallkopf ausgerüstet und liefert damit nicht nur analog-optische, sondern auch sonographische Bilder der Luftwege. So können zusätzlich zur Beurteilung der Schleimhäute mit EBUS bestimmte mediastinale Lymphknotenstationen gut dargestellt und gegebenenfalls mittels Nadelaspiration ultraschallgesteuert punktiert werden.
Damit lässt sich in vielen Fällen eine operative Mediastinoskopie (kleiner Schnitt oberhalb des Brustbeins, durch den eine Sonde eingeführt wird) vermeiden, die belastender für den Patienten ist. Zudem ist EBUS in der Durchführung sehr risikoarm und verursacht einen geringeren Zeitaufwand.
Eine Analyse der gewonnenen Zellen kann innerhalb weniger Tage Aufschluss darüber geben, ob eine Krebserkrankung vorliegt oder wie stark sich der Tumor bereits ausgebreitet hat. Dadurch kann dann auch sehr schnell mit einer angemessenen Therapie begonnen werden. Entscheidend für die Prognose und Therapieoption ist es, ob der Tumor in der Lunge operabel ist oder nicht. Dies hängt vom Ausmaß der Lymphknotenbeteiligung und den Fernmetastasen ab.
Dieses moderne Untersuchungsverfahren kommt jetzt auch in der Medizinischen Klinik I des Klinikum St. Marien Amberg zum Einsatz. Vielen Patienten bleiben damit belastendere Eingriffe oder Operationen erspart.
Besonders geeignet ist das Verfahren für Patienten mit Bronchial-Carcinom zur genaueren Einschätzung des Lymphknotenbefalls, für Patienten mit Verdacht auf Lymphomerkrankungen sowie mit Lymphknotenvergrößerungen unklaren Ursprungs.
Mittels dieser neuen diagnostischen und therapeutischen Perspektiven kann das Zentrum für Lungentumore am Klinikum Amberg seinem überregionalen Versorgungsauftrag in enger Kooperation mit den niedergelassenen Pneumologen und Onkologen noch besser gerecht werden.



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