WEIDEN
Das Glück kommt auch in Schwarz
Ausstellung über Aberglauben im City-Center
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| Auch einen "Blick in die Zukunft" kann man in der Ausstellung werfen. |
Mit ihm beschäftigt sich die Ausstellung natürlich auch. "Wie war das bei Ihnen heute Vormittag?", fragte Andreas Schmid vom City Center die Besucher. Keine besonderen Vorkommnisse konnten diese vermelden. Was kein Wunder war, denn am Freitag, dem 13., passieren natürlich genau so viel oder so wenig Unglücke wie an jedem anderen Tag. Über die Hintergründe dieses Aberglaubens erfährt man, dass beim "Letzten Abendmahl" 13 Menschen am Tisch saßen. Nummer 13 war Judas, der Verräter.
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| Manuel Schätzler (von links), Johann Heuberger, Jürgen Lehnert, Bürgermeister Lothar Höher und Andreas Schmid bei der "Wahrsagerin". Bild: Harald Mohr |
Aber auch andere Deutungen gibt es: "13 kommt nach der 12, und die gilt als eine gute, ausgewogene Zahl" kann man in der Ausstellung lesen. Schließlich hat der Tag zwei mal zwölf Stunden und das Jahr zwölf Monate. Wie oft gibt es eigentlich einen Freitag, den 13.? „Pro Jahr mindestens einmal und höchstens dreimal“ erfährt man. Heuer ist so ein „Unglücksjahr“, in dem es tatsächlich dreimal einen Freitag, den 13., gibt: Der 13. April ist noch einer und auch der 13. Juli.
Es gibt nicht nur Symbole für das Unglück, sondern auch für das Glück. Der Schornsteinfeger ist so eins. Deswegen waren auch Bezirkskaminkehrermeister Johann Heuberger und Kaminkehrermeister Manuel Schätzler geladen – natürlich in „Dienstkleidung“. Warum der Kaminkehrer ein Glücksbringer sein soll, dafür gibt es laut Johann Heuberger ebenfalls mehrere Deutungsversuche.
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| Schornsteinfeger sind von je her ein Symbol für einen Glücksbringer. |
Weil der Schlotfeger praktischerweise schwarz gekleidet war, dachten naive Gemüter, so einer verkehre auch in der Hölle, wo es bekanntlich auch schwarz ist, und könne durch diese guten Kontakte zur Unterwelt auch böse Geister bezwingen. „Eine praktische Zusatz-Qualifikation“, scherzte Johann Heuberger.
Eher hängt der Aberglaube aber wohl damit zusammen, dass erst nach Einführung der Kaminkehrer im späten Mittelalter die gefürchteten Kaminbrände ausblieben, die oft zur Zerstörung ganzer Städte führten. „Dieses Vertrauensverhältnis besteht heute noch.“ Der Zylinder indes scheint das Zeichen hohen gesellschaftlichen Ranges gewesen zu sein. „Den hat nicht jeder aufsetzen dürfen.“ Aus den Bereichen Partnerwahl, Hochzeit und Schwangerschaft kommen viele der abergläubischen Bräuche. So hieß es, ein Mädchen könne an den „Lostagen“ (30. November, 21. Dezember und die Rauhnächte vom 24. Dezember bis 6. Januar) an bestimmten Zeichen oder Träumen ihren künftigen Gemahl erkennen.
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| Aus dem Bereich Partnerwahl, Hochzeit und Schwangerschaft kommen viele der abergläubischen Bräuche, wie in einer der Vitrinen gezeigt wird. Bilder: Harald Mohr |
„Von der Vorstellung, dass böse Geister unter der Schwelle des Hauses lauern, kommt der Brauch, dass der Bräutigam die Braut über die Schwelle trägt“, heißt es in der Ausstellung, die auch noch vieles andere zu der Thematik zeigt.
Sie ist noch bis zum 17. Februar im City Center zu sehen. Der Eintritt ist frei. Harald Mohr
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