Von Bürgerreporter/in Helmut Wolf  |  15.01.2012  | Netzcode: 3105431  |  436 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

Traumschiff 1912 und 2012

Mit "Käptn Siegfried Rauch" wär das nicht passiert!

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Auf diesem Bild befindet sich zwar kein zehnstöckiger Ozeanriese, jedoch auch ein Traumschiffchen in traumhafter Umgebung. Bild: Helmut Wolf
Mehrere Passagiere berichteten von Zuständen bei den Rettungsaktionen, es sei abgelaufen geradeso wie vor hundert Jahren bei der Eisbergkollision mit der legendären „Titanic“. Natürlich konnte keiner wissen, wie es damals auf der Titanic echt ablief, doch sie kannten es größtenteils von alten Filmen, besonders aber auch von Camerons nicht mehr ganz so neuem Film. Wie sich die Vorgänge auf havarierten Mega-Schiffen gleichen: Diesmal war es aber kein Eisberg, sondern Felsgestein unter Wasser und zum Glück nicht auf offenem Meer, sondern vor der Küste Toskanas. Der siebzig Meter lange Riss brachte diesen Ozeanriesen demnach zum Kentern.

Traumschiffe sind für gewöhnlich dazu da, Alltagsträume auszuleben, sich auf den Decks in der Sonne zu räkeln, in den azurblauen Swimmingpool zu springen, reizende Bekanntschaften zu machen, bei Cocktails der Bordkapelle zu lauschen, Landausflüge zu unternehmen, gelegentlich auch mal den Kapitän (Siegfried Rauch) in strahlend weißer Uniform zu treffen oder gar den Mann von der Late-Night-Show. Vom Schiffsuntergang vor hundert Jahren hat man gelegentlich ja auch gehört, doch kann man denn die Titanic von 1912 mit unseren heutigen zehnstöckigen Traumschiffen vergleichen. Ja – wo sind wir denn? Das hätte wohl so mancher Passagier der „Costa Concordia“ vor dieser schrecklichen Havarie gedacht oder gesagt.

Es dürfte sich die Tragödie vor der italienischen Küste in den beginnenden Nachtstunden zugetragen haben. Das obendrein! Man muss sich vorstellen, man hat sich solch einem „hundertprozentig sicheren und modernen“ Mega-Schiff anvertraut, von denen es schon Dutzende auf allen Meeren gibt. (Vielleicht hätten sie sich doch lieber dem zuverlässigen „Käptn Siefried Rauch“ anvertrauen sollen!). Von einem kaum vorstellbaren Chaos wurde berichtet, nachdem sich der Schiffsriese immer mehr einer Schräglage zuneigte. Schon galt das Motto „Rette sich, wer kann“. Man habe die Rettungsboote viel zu spät in Stellung gebracht, und viele andere Hiobsbotschaften werden in diesen Tagen noch zu hören und zu lesen sein.

Ganz zum Schluss wird man berichten müssen: Sicher ist, dass nichts sicher ist!


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