Von Bürgerreporter/in Wolfgang Herrmann  |  21.10.2011  | Netzcode: 3011515  |  221 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Altenstadt

Ein Buchroman „jenseits des guten Geschmacks“ spaltet die Leserschaft

Buch-Tipp: „feuchtgebiete“ Roman von Charlotte Roche

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Buch-Roman "feuchtgebiete" von Charlotte Roche.
Viele werden das Buch kennen und auch gelesen haben, aber sich dazu öffentlich bekennen, werden sich nur sehr wenige. Als regelmäßiger Focus- und hin und wieder mal Leser des Spiegels, konnte ich viele Wochen beobachten, wie der Roman „feuchtgebiete“ von Charlotte Roche die Top-Ten-Liste der meistgelesenen Bücher anführte. Ich dachte mir: Donnerwetter, ein Buch das solange an Nummer eins steht, das muss aber gut sein. Irgendwann nach einigen Monaten, entschloss ich mich auch für den Kauf des Buches.

Das es sich bei dem Buch mit dem Titel „feuchtgebiete“ nicht um irgendwelche Moor- oder Sumpflandschaften handelt, das war mir schon bewusst. Obwohl ich nicht prüde und auch nicht unbedingt empfindlich bin, war ich schon beim Lesen der ersten Seiten etwas irritiert über die „sehr offene Schreibweise“ und legte das Buch, erstmals für einige Tage auf die Seite und dachte: „Was soll das denn? Was habe ich mir da für ein Buch gekauft?" Aber dann sagte ich mir, jetzt wo ich es schon einmal habe, werde ich es auch zu Ende lesen, und nach einigen Tagen Lesepause nahm ich es wieder in die Hand.

Ich war schon überrascht über die derbe, vulgäre, fast obszöne Ausdrucksweise. Eine Wortwahl über so genannte Tabuthemen, die eindeutig nicht alltäglich ist, in unserem Sprachgebrauch und deshalb extrem gewöhnungsbedürftig war. Die Grenzen des guten Geschmacks wurden dabei häufig überschritten und das ist wörtlich zu nehmen, da es sich dabei auch um „Ess- bzw. nicht Essbares“ handelt. Nur ein Beispiel: Die Umschreibung für äußere Hämorrhoiden, sie als Blumenkohl zu bezeichnen, ist noch das absolut Harmloseste.

Nur in wenigen Passagen kann man den Hintergrund der „Geschichte“ erkennen. Nach ihrer „Selbstverstümmelung“ kommt sie ins Krankenhaus, wo sie hofft ihre geschiedenen Eltern, am Krankenbett wieder zusammenzuführen. Die Zeit überbrückt sie, indem sie ihren Fantastereien, besser gesagt „Hirngespinsten“, freien Lauf lässt, es geht hauptsächlich um ihre erotischen Erlebnisse beziehungsweise um ihre ausgefallenen, erotischen Wunschträume, die sie so plastisch und bildlich beschreibt, dass es schon wieder irreal wirkt und man darüber schmunzeln kann oder auch nur ungläubig den Kopf schütteln.

Somit kann man auch die unterschiedlichsten Meinungen und Kritiken der Medien verstehen.
Für die BILD – ist es ein „Ein Schmuddelbuch“. Die FAZ nennt es „einen klugen Roman“,
und DIE ZEIT – trifft es vielleicht am besten „Es ist ein Buch, das polarisiert. Das viele genial und manche einfach nur eklig finden.“

Aber es bleibt jedem selber überlassen, dass Buch zu lesen oder ganz einfach zu ignorieren.
Nur einen Rat noch, für zart besaitete Menschen ist es auf keinen Fall geeignet!

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