Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  29.09.2011  | Netzcode: 2983739  |  321 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

1. Amberger Traumatag am 1. Oktober 2011 im ACC

„Polytrauma - wenn jede Sekunde zählt“ - Optimale Versorgung durch Polytraumamanagement

Bild zu 1. Amberger Traumatag am 1.10.2011 im ACC
Im Polytrauma-Management, der Versorgung von Schwerverletzten mit mehreren, meist lebensbedrohlichen Verletzungen nimmt das Klinikum St. Marien eine Spitzenstellung im Oberpfälzer Raum ein.

Das Klinikum wurde bereits im November 2008 zusammen mit einigen weiteren ostbayerischen Kliniken, die im Traumanetzwerk Ostbayern (TNO) zusammengeschlossen sind, als regionales Traumazentrum zertifiziert. Deutschlandweit war das TNO mit dem Klinikum Amberg somit das erste zerti-fizierte Traumanetzwerk. Damit hat das Klinikum mit dem TNO eine Vorreiterstellung eingenommen, die bis heute stetig ausgebaut werden konnte.

Nach einer aktuellen Statistik vergehen in Deutschland im Schnitt immer noch 72 Minuten vom Unfallereignis bis zur Klinikaufnahme. Neben der teils aufwändigen Bergung der Verletzten ist dafür vor allem im ländlichen Raum der oft lange Transportweg in das nächste geeignete Krankenhaus verantwortlich. Und auch in den Kliniken kommt es oft noch zu unnötigen Verzögerungen bei der Übergabe, sowie der Notfalldiagnostik und Primärversorgung der schwerverletzten Patienten.

Mit dem Rettungshubschrauber Amberg-Weiden „Christoph 80“ konnte auf der Deutschlandkarte ein weißer Fleck in der Luftrettung getilgt werden.

Als zertifiziertes regionales Traumazentrum ist das Klinikum St. Marien einer der Stützpunkte für die Traumaversorgung im TNO, sowohl was die unmittelbare Aufnahme von Schwerverletzten direkt vom Unfallort (zum Beispiel Einlieferung mit dem Rettungshubschrauber Weiden-Amberg),als auch die sekundäre Übernahme von Polytraumapatienten aus Kliniken der Grund- und Regelversorgung betrifft.

Die zentrale Rolle in der Erstversorgung von polytraumatisierten, schwerstverletzten Patienten in der Klinik spielt ein standardisierter interdisziplinärer Diagnostik- und Behandlungsablaufplan, der laufend einer externen Qualitätskontrolle unterliegt.

Durch dieses Vorgehen ist es möglich, die gesamte Erstversorgung mit der kompletten Notfalldiagnostik und lebenssichernden Sofortmaßnahmen innerhalb kürzester Zeit nach Einlieferung des Patienten in das Klinikum durchzuführen. Diese Primärmaßnahmen finden in einem hochmodernen Schockraum mit unmittelbarem Anschluss an einen leistungsfähigen Computertomographen statt.

Das Traumazentrum am Klinikum St. Marien Amberg lädt am 1. Oktober 2011 zum „1. Amberger Traumatag“ in das ACC ein. Diese Fortbildungsveranstaltung richtet sich an Mitarbeiter der Rettungsdienste und der Feuerwehren, an die Notärzte und auch Kliniker, die sich mit der Behandlung des polytraumatisierten Patienten beschäftigen. In Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten des Roten Kreuzes und den Feuerwehren konnten namhafte Referenten gewonnen werden, die in ihren Vorträgen einen Bogen spannen über die gesamte Rettungskette.
Dies geht von der technischen Bergung und medizinischen Versorgung vor Ort, über die Schnittstelle boden-luftgebundene Rettung bis hin zur Übergabe und Erstversorgung im zertifizierten regionalen Traumazentrum.

Neben der Optimierung des lokalen Einsatzstellenmanagements wird das Hauptaugenmerk vor allem darauf ausgerichtet sein, wie die gesamte Rettungskette vom Unfallort bis in die Klinik zusammenwirken soll. Dabei wird auch die Einsatztaktik des Rettungshubschraubers Amberg-Weiden dargestellt.

Neben Vorträgen und Diskussionen erwarten die interessierten Fachkreise Workshops zur Kinderreanimation, zur Zusammenarbeit zwischen boden- und luftgestützten Rettungsdiensten sowie zur technischen Rettung. In einem weiteren Block wird die Vorgehensweise bei der Erstdiagnostik und Erstversorgung schwerverletzter Patienten im Traumazentrum am Klinikum St. Marien Amberg vorgestellt. Durch die Einbindung in das Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und die regelmäßigen Rezertifizierungen unterliegt diese einer ständigen Qualitätskontrolle und wird laufend an die aktuellen Empfehlungen der einzelnen Fachverbände angepasst.

Für die interessierte Öffentlichkeit ist eine Fahrzeugausstellung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vorgesehen, sowie gegen 16.15 Uhr eine Schauübung von BRK und Feuerwehr zur technischen Rettung eines Schwerverletzten. Ganztägig wird am ACC auch der Rettungshubschrauber „Christoph 80“ stationiert sein, der an diesem Tag zu seinen Einsätzen vom ACC aus starten wird.

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