Von Bürgerreporter/in Maja Berendes  |  22.09.2011  | Netzcode: 2973511  |  162 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Orientierung durch Bildung

Das neue EBW-Programm mit vielen Highlights

Bild zu Orientierung durch Bildung
Mitarbeiter im Evangelischen Bildungswerk: (von links) Dekan Karlhermann Schötz, Siegfried Kratzer (1. Vors.), Maja Berendes (Geschäftsführerin) und Dr. Reinhard Böttcher (Theologischer Referent).
In schwierigem Gelände tut Orientierung not. Das Evangelische Bildungswerk (EBW) in Amberg will dazu einen Beitrag leisten. In seinem neuen Herbst-/Winterprogramm hat es dazu keinen Aufwand gescheut.

Im Bereich „Theologie und Weltanschauung“ stellt sich das Bildungswerk dem Zusammenhang von religiösem Pluralismus und Frieden. Unter dem Titel „Weltchaos oder Weltethos?“ geht Martin Bauschke von der „Stiftung Weltethos“ der Frage nach, welchen Beitrag die Religionen zur Überwindung von Gewalt leisten können. Der Islambeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Öchslen, nimmt die „Weltreligion Islam“ sowie die damit verbundenen Ängste und Hoffnungen in den Blick.

Grundfragen des Glaubens greifen zwei je vierteilige Vortragsserien auf, festgemacht jeweils an heiklen Passagen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses, die eine Serie in Amberg, die andere in Schwandorf. Ob das Verhältnis von Gottesglaube und Naturwissenschaft, Ostern und ewiges Leben, oder Deutungen des Todes Jesu – vier PfarrerInnen des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg stellen sich jeweils schonungslos den damit aufgeworfenen Fragen und regen zur Diskussion an.

Auch für die Verfolgung politischer Fragen stellt sich das EBW als Forum bereit. Stefan Dietl und Peter Lehner führen in neue Strategien des Rechtsradikalismus sowie Möglichkeiten demokratischen Widerstands ein. Eine Podiumsdiskussion „Vom Widerstand zur Energiewende“ blickt auf „Wackersdorf“ zurück mit Perspektive auf die gegenwärtig anstehenden weitreichenden Veränderungsprozesse. Dabei kommen auch ehemalige Aktivisten wie die beiden Pfarrer Roth und Schlagenhaufer zu Wort. Dem fügt sich sinnvoll Thomas Doblers Vortrag über „Zivilcourage“ ein, den er nach einem vielbeachteten Erstdurchlauf in Schwandorf nun in Sulzbach-Rosenberg hält.

Gerade in einer Region wie der Oberpfalz hängt das Wohlergehen vieler Menschen nicht zuletzt von der heimischen Wirtschaft ab. Deshalb bietet das EBW wieder mehrere Betriebsbesichtigungen an, so etwa bei einer in Schnaittenbach ansässigen Hochseerederei.

Im Bereich Kunst und Kultur ist Jan Burdinski für das EBW ein festes Institut. Neu aber ist Burdinskis Tochter Lenia, die unter dem Titel „Frauenversteher gesucht“ geistreich und amüsant zugleich Geschlechterproblemen nachgeht. Und in einer vierteiligen kreativen Schreibwerkstatt kann man unter Anleitung einer Literaturwissenschaftlerin lernen, selber Texte zu verfassen.

Traditionell vielfältig präsentiert sich das Feld Handwerk und Kunstwerk. Ob nun Glaskunst, die Produktion von Kinderschuhen aus Leder oder Kalligraphie – der Möglichkeit, kreative Phantasien auszuleben sind kaum Grenzen gesetzt.

Und wer gern den Gang durch die Natur mit meditativen Texten verbindet ist bei einer entsprechenden Wanderung auf den Eixlberg bei Pfreimd gerade recht.

Insgesamt finden sich 130 Veranstaltungen im zentralen EBW-Programm. Für Zuhörende oder Teilnehmende, die mehrere Veranstaltungen für sich entdecken, lohnt sich ein Hörerausweis zum Preis von 30 Euro, der zu ermäßigtem Eintritt berechtigt. Die Programme liegen in Sparkassen, Banken, Arztpraxen, Rathäusern und anderen öffentlich zugänglichen Stellen auf. Weitere Infos erteilt das Evangelische Bildungswerk (Telefon 09621/496260, E-Mail info@ebw-amberg.de, Internetseite www.ebw-amberg.de).

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