Amberg
Europäischer Prostatatag für mehr Aufklärung und Prävention
Klinikum St. Marien hat ein Prostatakarzinomzentrum gegründet
|
| Dr. Ralf Weiser, Chefarzt der Urologischen Klinik, ist Ärztlicher Leiter des neuen Prostatakarzinomzentrums. |
Jedes Jahr erkranken über 60.000 Männer in Deutschland neu an Prostatakrebs, was den Prostatakrebs zur häufigsten Krebsart beim Mann macht. Dennoch nimmt nur jeder fünfte Mann an Krebs-Vorsorgeprogrammen teil. Der Europäische Prostatatag am 15. September 2011 soll auf diese Umstände aufmerksam machen und den Männern die Scheu vor der Vorsorge und falls notwendig, der Behandlung nehmen.
Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken. Deshalb haben alle Männer ab 45 die Möglichkeit einmal jährlich eine Prostatakrebs-Früherkennung durchführen zu lassen. Die rektale ärztliche Untersuchung und der transrektale Ultraschall (TRUS) werden dabei von den Krankenkassen übernommen. Ein PSA-Test, ein Bluttest, mit dessen Hilfe auch Karzinome im Frühstadium erkennbar werden, fällt allerdings nicht in den Bereich der gesetzlichen Prostatakrebs-Früherkennung und muss leider vom Patienten selbst übernommen werden.
Die Kombination von PSA-Bestimmung im Blut und der digital-rektalen Untersuchung hat die höchste Erkennungsrate für das Prostatakarzinom. Die Früherkennung eines Prostatakarzinoms durch Vorsorgeuntersuchung ist nicht nur für die Lebenserwartung des Patienten, sondern auch für seine Lebensqualität von Bedeutung. Je eher eine Erkrankung festgestellt wird, desto besser sind die Chancen.
Um die Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten zu vertiefen und alle Spezialisten und Therapeuten, die in der erfolgreichen Behandlung von Krebs notwendig sind, unter einem Dach kompetent zusammenzuführen, hat das Klinikum St. Marien in Amberg ein Prostatakarzinomzentrum als Teil des Onkologischen Zentrums St. Marien gegründet. Dr. Ralf Weiser, Chefarzt der Urologischen Klinik ist Ärztlicher Leiter dieses Zentrums. Hauptanliegen des Zentrums ist es, die Heilungschancen der Patienten zu optimieren. Durch die Beteiligung einer Vielzahl von Institutionen und durch strukturierte und regelmäßige Treffen ist gewährleistet, dass Vorsorge, medizinische Behandlung und Nachbetreuung auf höchstem Niveau und unter international anerkannten Leitlinien angeboten werden.
Die Angst vor dem Prostatakrebs ist bei den Männern besonders groß, erklärt Dr. Ralf Weiser, Chefarzt der Urologischen Klinik und Leiter des Prostatakarzinomzentrums, denn neben der Diagnose an sich fürchten viele Patienten die Folgen einer möglichen Behandlung. Dies ist allerdings heute in der Regel völlig unbegründet. „In der Behandlung des Prostatakrebses hat sich in den letzten Jahren so viel verändert, dass bleibende Schäden, die die Lebensqualität nachhaltig beeinflussen die große Ausnahme bleiben“, so Weiser.
Prostatabeschwerden können gutartige oder bösartige Ursachen haben. Die häufigste gutartige Erkrankung ist die Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die mit zunehmendem Lebensalter gehäuft auftritt. Dies führt oft zu Problemen beim Wasserlassen, wie z.B. einem immer häufiger auftretenden Harndrang bei geringerer Harnmenge, vermehrtes nächtliches Wasserlassen, Nachtröpfeln und z.T. auch Schmerzen beim Urinieren.
Für die Behandlung des gutartigen Prostataadenoms stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Dazu zählen Medikamente, eine Operation sowie die Lasertherapie. Jede Methode besitzt bestimmte Vorteile und ist für bestimmte Ausprägungen des Adenoms, also Größe, Lage und Beschaffenheit, jeweils besonders geeignet. Nach wie vor scheuen aber viele Betroffene eine Operation aus Angst vor der OP selbst oder wegen möglicher negativer Auswirkungen. Allerdings sind OP- und Narkosetechniken bei einer Prostataoperation mittlerweile derart ausgereift, dass diese Angst völlig unbegründet ist. Auf der anderen Seite gibt die rechtzeitige Behandlung vielen Betroffenen ein gutes Stück Lebensqualität zurück.
Die Scheu vor Vorsorge greifen die Amberger Seniorentage am 19. und 20. Oktober 2011 im ACC auf. Alle Interessierten sind eingeladen, sich zu informieren. Verschiedenste Vorträge werden unter Mitwirkung des Klinikum St. Marien Amberg angeboten. Themen werden sein: Urologie - Potenz und Inkontinenz im Alter, An den Frauen ein Beispiel nehmen? - Die Vorsorgeuntersuchung, Potenzstörungen – ein Tabu, Inkontinenz aus der Sicht der Urologen, Inkontinenz – Bedeutung für Betroffene, Angehörige und Pflegende, Inkontinenz und Senkungsbeschwerden der Frau und Beckenbodentraining – etwas für mich? Darüber hinaus werden die Vorträge anschaulich untermalt durch eine begehbare Prostata ...



versenden
drucken
Leserbrief

