Von Bürgerreporter/in Michael Bäumler  |  05.09.2011  | Netzcode: 2950097  |  443 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

Berufsabschlussprüfungen in Weiden und Salzburg

Auszubildende der Europa-Berufsschule Weiden nehmen wieder erfolgreich an der Kammerprüfung in Österreich teil

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Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Baumeister Johann Feldbacher, bei der Überreichung der Prüfungsurkunden an die bayerischen Teilnehmer. Auch heuer haben wieder alle bestanden.
Auszubildende der Europa-Berufsschule Weiden nehmen wieder erfolgreich an der Kammerprüfung in Österreich teil – eine duale Ausbildung wie es die globalisierte Wirtschaft verlangt. Durch den Berufsabschluss in zwei Ländern ergeben sich neue Chancen für die Absolventen und die Unternehmen zum beiderseitigen Nutzen.

„Bildung eröffnet Chancen“ – das ist kein leeres Schlagwort, sondern für die Europa-Berufsschule in Weiden die Realität. Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenz, Leitungs- und Teamfähigkeit gehören zu den Qualifikationen, die neben beruflichen Kenntnissen vermittelt werden. Ein Highlight hierbei ist sicherlich das Angebot, binationale Berufsausbildungsabschlüsse zu erwerben. Die Auszubildenden haben hier nicht nur die Möglichkeit, ihre beruflichen Qualifikationen zu erhöhen bzw. zu erweitern, sondern sich damit für anspruchsvolle länderübergreifende Aufgaben und Tätigkeitsfelder zu qualifizieren. Diese Chance haben nunmehr schon zum sechsten Mal Schüler der Europa-Berufsschule im Ausbildungsberuf Bauzeichner genutzt, indem sie freiwillig an der Kammerprüfung in Österreich teilgenommen haben.

In Kooperation mit der österreichischen Partnerberufsschule in Wals und der Wirtschaftskammer Salzburg haben seit dem Schuljahr 2006/2007 leistungsbereite Weidener Schüler im Ausbildungsberuf Bauzeichner die Möglichkeit, zusätzlich zum deutschen auch den österreichischen Berufsabschluss als Bautechnischer Zeichner zu erlangen. Die anspruchsvolle Prüfung setzt sich dabei aus drei Teilen zusammen. Bei der CAD-Prüfungsarbeit sind innerhalb von fünf Stunden drei verschiedene Aufgaben aus den Bereichen Architektur, Ingenieurbau und Tiefbau zu fertigen. Im anschließenden zweistündigen Prüfungsteil sind verschiedene Baudetails als Skizzen darzustellen und zu beschriften. Den Abschluss bildet ein etwa halbstündiges intensives Fachgespräch.

Dabei erstreckt sich die Prüfung im Allgemeinen über zwei Tage. Auszubildenden aus Deutschland bietet die Wirtschaftskammer Salzburg allerdings auch die Möglichkeit, die Prüfung an einem Tag abzulegen. Mitteilung der Prüfungsergebnisse und die Aushändigung der Prüfungszeugnisse erfolgt dann in den späten Abendstunden. Eine Mammutleistung sowohl für die Prüflinge, als auch für den Prüfungsausschuss, der die Arbeiten innerhalb kürzester Zeit bewerten muss. Trotz dieser großen Belastung haben auch heuer wieder alle deutschen Teilnehmer bestanden und sich somit beruflich doppelt qualifiziert.

„Es spricht für die hohe Qualität unserer dualen Ausbildung, aber auch für die große Leistungsbereitschaft der teilnehmenden Jugendlichen, dass seit dem Start der Maßnahme alle deutschen Teilnehmer die Prüfung in Österreich bestanden haben. Ich bin mir sicher, dass diese grenzübergreifenden Berufsabschlüsse mittel- und langfristig den Teilnehmern beste Berufs- und Karriereperspektiven eröffnen. Es ist schön, dass es immer wieder Jugendliche gibt, die trotz der großen Mehrbelastung solche Chancen freiwillig nutzen“, so Schulleiter Josef Weilhammer, der die Schüler in Vertretung von StR Rico Kleinhempel heuer begleitete.

Chancen durch Bildung eröffnen sich jedoch nicht nur den Teilnehmern selbst. Auch für die Betriebe und Unternehmen lohnt es sich, solche Angebote zu unterstützen und zu einem Instrument ihrer Personalentwicklung zu machen. Denn das Geschäft wird immer internationaler, grenzüberschreitende Handelsbeziehungen werden zur Selbstverständlichkeit, nicht nur für multinationale Konzerne. So aber können sie auf Mitarbeiter zurückgreifen, die sich nicht nur erfolgreich weitergebildet haben, sondern außerdem über einschlägige berufliche Kenntnisse zweier Länder und interkulturelle Kompetenzen verfügen. Oder mit anderen Worten: Beschäftigte mit vertieftem Fachwissen, die sich als Allrounder europäisch weiter entwickeln.

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