Von Bürgerreporter/in Wolfgang Herrmann  |  21.08.2011  | Netzcode: 2932177  |  342 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Altenstadt

„Nur ein Schicksal“ - von vielen jungen Menschen in Schwarzafrika

Buch-Tipp: "Der Chronist der Winde" von Henning Mankell

Bild zu „Nur ein Schicksal“ - von vielen jungen Menschen in Schwarz Afrika
Buch: "Der Chronist der Winde" von Henning Mankell. Bild: Wolfgang Herrmann
Durch eine Bekannte, die mir das Buch zu lesen gab, wurde ich mit dem Stoff, genau gesagt, mit dem Elend in Schwarzafrika konfrontiert. Es ist heute noch genauso aktuell wie damals und ich habe es nicht bereut, das Buch in Rekordzeit gelesen zu haben.

Das Buch erzählt die Geschichte eines zehnjährigen Jungen nach dem Umbruch in Afrika. Die weißen Kolonialherren verlassen fluchtartig das unsicher gewordene Land.
Revolutionäre und Räuberbanden übernehmen die Macht und die Kontrolle über das Land mit ihren Menschen.

Mittendrin ist ein zehnjähriger Junge, dem es nicht vergönnt war, Kind zu sein, er musste von einem Tag auf den anderen „erwachsen“ werden, nur um zu überleben, wenn auch nur für eine kurze Zeit.

Der Junge lebte in einem Dorf, mit seinen Eltern, Geschwistern und vielen Freunden, als sie von einer Räuberbande brutal überfallen wurden, das Dorf wurde niedergebrannt, seine Schwester hat man vor seinen Augen ermordet, andere wiederum verschleppt und misshandelt. Er konnte fliehen, in eine ungewisse Zukunft, sein Ziel ist das Meer, wo eine große Stadt mit einem Elendsviertel, das auf den Hang hinaufragte, auf ihn wartete.

Dort schließt er sich einer Gruppe von Straßenkindern an und wird deren Anführer. Mit Autos bewachen und waschen, verdienten sie sich ein wenig Geld, um zu überleben. Die Kunst des richtigen Bettelns half ihnen auch dabei, etwas Geld für das Essen zu besorgen, ansonsten lebten sie davon, was der Abfall und Müll der so genannten „privilegierten Reichen“ noch so hergab.

Als dann eines nachts auf ihn geschossen wurde und er blutüberströmt mit Kugeln im Bauch von einem jungen Bäcker gefunden wurde, der ihn auf das Dach der Bäckerei getragen hat, von da an begann sein langsames, leidvolles Sterben.

Dem Bäcker, der ihn mit Nahrung und Medizin versorgte, erzählte er seine Geschichte, jede Nacht als das Brot im Ofen lag, ging er hinauf und hörte ihn gespannt zu, als er sein kurzes, schweres Leben Revue passieren ließ. Als dann seine „Leidensgeschichte“ nach neun qualvollen Nächten zu Ende erzählt war, starb er.

Der Bäcker erfüllte ihm seinen letzten Wunsch und er verbrannte seinen ausgezehrten Körper in dem Ofen, in dem er das Brot jede Nacht backte.

Der Bäcker kündigte seine Arbeit und schrieb die Geschichte des zehnjährigen Jungen auf, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

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