Gourmet-Tempel Lehrerzimmer
Beim Freistaat Bayern ist es seit langem Brauch, vorübergehende Spitzen im Lehrerbedarf durch Referendare und Vertragslehrkräfte zu glätten. Das führt erfreulicherweise auch zu einer kostenneutralen Alimentierung der Planstellen-Inhaber.Das sich gerade für die nächsten 30 Jahre schließende Einstellungsfenster macht aus tristen Lehrerzimmern Gourmet-Tempel. Scheidende Referendare suchen ihre womöglich entscheidende "Krawattennote" durch kulinarische Höchstleistungen zum Einstand oder Ausstand aufzubessern, was in der Beurteilung den Satz "ins Kollegium fügte er/sie sich sehr gut ein" erwarten lässt.
Der junge Sprachlehrer zeigt die innige Verbundenheit mit seinen Fächern durch landestypische Spezialitäten. Der Biolehrer demonstriert seine permanente Betroffenheit mit stilvoll angerichteter Öko-Salami. Der Religionslehrer präsentiert kulinarische Variationen aus christianisierten Entwicklungsländern.
Nicht nur den stets hungrigen Lehrern, auch den Schülern ist's recht: Die große Pause dauert an solchen Tagen meist etwas länger.
Ihr Harald Mohr
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