Benzin-Diversität
Erinnern Sie sich noch, als man in den Achtzigern und Neunzigern versuchte, aus nicht genutztem Ackerland wieder vielfältig strukturierte Biotope zu machen? Vorbei! Das Wort Bio-Diversität ist ein veralteter Zungenbrecher.Stattdessen gibt es jetzt Diversität an den Tankstellen. Statt Normal und Super gibt es da neben überflüssigen Sorten mit Fantasienamen wie "Power Fuel 100" oder "Hyper Performance Diesel" künftig auch etwas, was man vermutlich "Öko-Fuel E 10" nennen wird. Um vermeintlich die Umwelt zu schützen und von Importen unabhängiger zu werden, müssen die Ölkonzerne in der EU jetzt einer ihrer Benzinsorten zehn Prozent Alkohol beimischen.
Kompletter Unfug, weil dafür irgendwo der Regenwald weiter abgeholzt wird, um das viele Ethanol aus irgendwelchen Pflanzen zu gären, die man besser essen sollte. Und um diese Mengen Industrieschnaps aus heimischer Produktion zu gewinnen, müsste man hier noch größere Flächen mit Monokulturen bepflanzen. Gibt es eigentlich irgendetwas Vernünftiges, das aus Brüssel kommt?
Ihr Harald Mohr
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