Von Bürgerreporter/in Evi Steiner-Böhm  |  30.11.2010  | Netzcode: 2591768  |  995 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Chiemgau/Amberg-Sulzbach

Innovative Ansätze aus dem Chiemgau

Der Erdchartaweg e.V. informiert sich

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Karl Ludwig Schweisfurth, Begründer der Herrmansdorfer Landwerkstätten. Bild: Evi Steiner-Böhm
Über drei innovative Projekte im Chiemgau informierten sich Verena Gerhardt-Hüttner und Evi Steiner-Böhm vom Erdchataweg e.V.: die Herrmansdorfer Landwerkstätten, der Garten des Friedens in Gstadt und das Arboretum in der Gemeinde Amerang.

Herrmannsdorf ist der Mittelpunkt eines Netzwerkes von etwa 70 ökologisch wirtschaftenden Bauern und Herstellern in der Region, wobei Herrmannsdorf als Schwerpunkt die Verarbeitung der ökologisch erzeugten Pflanzen und Tiere in Metzgerei, Bäckerei, Käserei und Brauerei sowie die Vermarktung der Lebensmittel ökologischer Qualität übernimmt. Im Herrmansdorfer Hofmarkt sowie in mehreren Filialen in München werden die Produkte verkauft.

Karl Ludwig Schweisfurth, ehemaliger Besitzer der „Herta“ Fleischwarenfabrik und Miturheber der Massentierhaltung, ist der Begründer dieses Verbundes. Kritische Fragen seiner Kinder hatten ihn 1984 dazu bewogen, Unternehmen zu verkaufen und in die ökologische und regionale Erzeugung zu investieren. Für ihn steht fest: wenn ein System zu groß geworden ist und jegliche Moral verloren hat, muss man wieder klein anfangen. Nur so kann Neues entstehen. So hat für ihn heute Ehrfurcht und Achtsamkeit den Tieren und der Natur gegenüber oberste Priorität: „Tiere sind keine Schrauben“.

Zulieferer aus dem Umland garantieren kurze Anfahrtswege für die Tiere. Ein kleines Schlachthaus, in dem der Metzger nach den Regeln der Handwerkskunst die Tiere schlachtet, erspart den Tieren Stress, das steigert auch die Qualität der Erzeugnisse. Dass die Produkte teuerer sind als im Discounter ist selbstverständlich, sagt Schweisfurth. Für ehrliche und qualitativ höchsten Ansprüchen genügende Waren sind höhere Preise eine Selbstverständlichkeit sein.
Beste Qualität erhält man, wenn die Tiere möglichst naturnah leben. Aus dieser Beobachtung entstand das, was Schweisfurth die „symbiotische Landwirtschaft“ nennt: Schweine, Hühner, Kühe, Ziegen, alle leben zusammen in einem Stall, dabei nützen und unterstützen die Tiere sich gegenseitig.

Wer auf ökologische Erzeugung umstellen möchte sollte das nach Möglichkeit in einem Verbund zwischen Bauer und Metzger tun, rät Schweisfurth, das erhöhe für alle die Chancen auf Erfolg.
Fleisch spielt für Nicky Sabnis, den Koch im Benediktinerinnenkloster auf Frauenchiemsee, keine große Rolle. Er kocht ayurvedisch und zählt zu den 25 außergewöhnlichsten Köchen weltweit. In der Nähe von Gstadt hat er zusammen mit Freunden eine kleine Oase geschaffen: den Garten des Friedens.

Auf einer Fläche von ca. 20mx20m wurde eine liegende Acht mit Pflanzen und Steinen gestaltet, verschiedene einheimische Baum- und Buschsorten grenzen den Garten ein. Auf 12 Steinen findet sich das Wort Frieden in ebenso vielen Sprachen und in der Mitte ist neben einem Apfelbaum eine Steinpyramide aufgeschichtet. Seit der Einweihung des Gartens vor drei Jahren ist sie bereits um die Hälfte angewachsen: Viele mit Wünschen beschriftete Steine sind dazugekommen und es werden täglich mehr.

Im Gespräch mit Verena Gerhardt Hüttner und Evi Steiner-Böhm entstand spontan die Idee, den Friedensgarten zu erweitern und das Symbol der Erdcharta mit in den Garten zu integrieren.
Das Arboretum in Schloss Amerang wurde mit LEADER Mitteln fachlich und didaktisch für Touristen aufbereitet. Architekt Sepp Gießibl, der das Konzept erstellte, erläuterte das Konzept, das auch die Anbindung an das bestehende Wander-und Radwegenetz der Chiemgauer Seenplatte beinhaltet. Das etwa drei Hektar große Ameranger Arboretum wurde am Südwesthang um das Schloss angelegt. Vertreten sind hier etwa 100 Baumarten aus allen Teilen der Welt.

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