Von Bürgerreporter/in Petra Scharf  |  15.10.2010  | Netzcode: 2534048  |  550 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Amberg

Apfelsinen im Kleiderschrank – Demenz, Angst vor dem Vergessen

Informationsveranstaltung am 16. Oktober

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Apfelsinen im Kleiderschrank, zwei Paar linke Schuhe! Jeder Pflegende, der zu Hause Angehörige mit der Diagnose „Demenz“ betreut, kennt dies wahrscheinlich.

Mehr als andere Erkrankungen konfrontiert die Demenz Betroffene und Angehörige mit Veränderungen, die vor allem das Verhalten und die Persönlichkeit betreffen. Der Verlust von besonderen geistigen Fähigkeiten führt dazu, dass Demenzkranke sich im Alltag nicht mehr zurechtfinden. Sie durchschauen ihr eigenes Handeln nicht mehr oder vergessen, was sie Minuten vorher gesagt oder getan haben. Für Angehörige stellt das eine große Herausforderung dar. Sie haben pflegerische Aufgaben zu leisten, für die sie nicht ausgebildet worden sind, oft in einem Umfeld, dass ihnen bei dieser Aufgabe wenig Unterstützung bietet.

Pflegerische Aspekte der Demenz, angefangen von Informationen über konkrete und praktische Hilfestellungen sind Thema der Informationsveranstaltung am Samstag, den 16.10.2010 zwischen 10 und 16 Uhr an der Berufsfachschule für Kranken- und Kinderkrankenpflege am Klinikum St. Marien. Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen der 1. Demenzwochen im Landkreis organisiert von AOVE und SEGA vom 17. September bis 24. Oktober 2010.

Neben Kaffee und Kuchen haben die Schüler/Innen der Berufsfachschulen im 1. Themenbereich der Veranstaltung einen Test vorbereitet, mit dessen Hilfe erst einmal abgefragt wird, was eigentlich „Demenz“ ist und wie man „Demenz“ erkennt.

Im 2. Themenkomplex werden bemerkenswerte Hilfestellungen sowie Tipps und Tricks für Angehörige von Demenzkranken vorgestellt und im 3. Themenbereich Selbstpflegetipps für pflegende Angehörige, um einem Burn-out-Syndrom vorzubeugen. Im 4. Themenbereich werden verschiedenste Therapiemöglichkeiten vorgestellt und in einer kleinen Messeausstellung, in der Aula der Berufsfachschulen, kann man sich schließlich noch durch Mitarbeiter der teilnehmenden Krankenkassen wertvolle Informationen, eine kurze Beratung oder Infomaterial einholen.

Das Thema Demenz nimmt auf dem Hintergrund der demografischen Entwicklung mit zunehmend älter werdenden Menschen stetig an Bedeutung zu. Dafür will die neue Veranstaltungsreihe sensibilisieren, gleichzeitig sollen aber auch Angehörigen neue Perspektiven und Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Das Klinikum St. Marien hat seit Dezember 2008 eine Arbeitsgruppe Demenz eingerichtet und auf jeder Station gibt es einen Demenzbeauftragten. In der Arbeitsgruppe werden Pflegevorhaben, Richtlinien und Tipps zur Sicherheit mit Demenzerkrankten erarbeitet. Diese werden allen Demenzbeauftragten der jeweiligen Station zu Verfügung gestellt. Die Demenzbeauftragten werden kontinuierlich geschult und können dann den Pflegekräften und den Angehörigen Tipps und Anregungen geben. Solche Tipps und Pflegeanleitungen erhalten Interessierte auch im Rahmen der Veranstaltung „Apfelsinen im Kleiderschrank“.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, herzlich eingeladen sind Angehörige vom Demenzkranken und alle Interessierten.

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