Tirschenreuth
Zauberfeder aus dem Stiftland
Mehrsprachiges Kinderbuch von Bettina Gleissner
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| Bettina Gleissner und die "echte" Jeanne vor den Büchern. Bild: Harald Mohr |
Die gebürtige Wuppertalerin kam mit zehn Jahren hierher und lebt heute, mit 42, immer noch abschnittsweise im Elternhaus bei Mutter Renate. Ihren Lebensmittelpunkt hat sie in Erlangen, wo sie mit zwei Kindern und ihrem Lebensgefährten Jerom lebt. Jerom kommt aus Marseille und ist ein Physiker, der aber als Künstler mit dem Künstlernamen J-rom arbeitet.
Bettina Gleissner ist eigentlich Fremdsprachenkorrespondentin, arbeitet aber als Illustratorin. Diese Vorgeschichte ist notwendig, wenn man verstehen will, was diese Frau umtreibt. Ihr Leben scheint eine unendliche Geschichte zu sein. Mit um die 40 hat sie beschlossen, Kinder zu kriegen. Eines davon ist Jeanne. Und Jeanne, inzwischen zwei Jahre alt, ist auch die Inspiration und der rote Faden in dem Kinderbuch von Bettina Gleissner, das von einem „fiktiven“ Kind namens Jeanne und den Zauberbuchstaben handelt und folgerichtig „Jeanne & A“ heißt. A ist der Chef der Zauberbuchstaben und sozusagen der Ansprechpartner.
Das Buch kann man nur im Geschenkkarton für 23,95 Euro kaufen (in den Tirschenreuther Buchhandlungen auf Lager, sonst zu bestellen), denn ein Stoff-A zum Kuscheln gehört dazu. Das Buch hat 20 Seiten, die es aber buchstäblich in sich haben. In jedem Blatt steckt eine drehbare Scheibe, auf der der Text in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und – Chinesisch steht.
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| Durch Drehen am Rad kann man die vier Sprachen einstellen. Bild: Harald Mohr |
Chinesisch? Das kann niemand lesen, schon klar, sagt Bettina Gleissner, aber die Schriftzeichen haben den Sinn, dass die Kinder erkennen, dass es da noch andere Möglichkeiten gibt, Sprache zu codieren, als nur mit Buchstaben. Mit Französisch und Englisch kann sich das lesende Kind aber vertraut machen, vorausgesetzt, es hat Eltern, die es dabei aktiv begleiten.
Wovon handelt das Buch? Jeanne verbringt die Ferien bei ihrer Oma, was nach einer 90-Grad-Drehung an der Scheibe „Jeanne est en vacances chez sa mamie“ heißt und nach 180 Grad „Jeanne is on holiday at her Granny’s house“. Die Oma hat eine Bibliothek mit ganz vielen Büchern. Eines davon – die „Unendliche Geschichte“ lässt grüßen – darf Jeanne auf gar keinen Fall lesen, denn: „Es ist ein besonderes Buch“, sagt die Oma.
Natürlich versucht Jeanne heimlich, das rätselhafte Buch trotzdem zu lesen, worauf es aus dem Regal fällt und die „Zauberbuchstaben“ herausfallen. Sie leben und „haben eine Persönlichkeit“, sagt Bettina Gleissner. Das A, also der Chef, erklärt Jeanne, dass die Zauberbuchstaben unbedingt wieder in das Buch müssen. Die einzige Möglichkeit ist, die „Zauberfeder von San d’Or“ zu finden, die das Buch geschrieben hat. Sie muss die Zauberbuchstaben noch mal neu in das Buch schreiben. Doch wo geht es zur Zauberfeder?
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| Bettina Gleissner skizziert erst auf Papier, bevor sie ihre Ideen im Grafikprogramm umsetzt. Bild: Harald Mohr |
Das würde in einer noch zu schreibenden Fortsetzung stehen. Die Geschichte ist nämlich noch nicht zu Ende geschrieben, sondern vielmehr noch ganz am Anfang. Bettina Gleissner hofft auf einen regen Absatz der 1000 Exemplare, die sie zusammen mit J-rom im Eigenverlag „Manikou“ hat drucken lassen. „Manikou“ ist übrigens das französische Wort für Opossum. Das freche Beuteltier findet man auf jeder Seite und begleitet Jeanne auf ihren Abenteuern. Sollte das Buch einschlagen, kann sich eine unendliche Geschichte daraus entwickeln. Man würde es der Zauberfeder gönnen. Ist sie gar eine neue Joanne Rowling aus der Oberpfalz? Wer weiß…




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