Weiden
Letzte Ruhestätte für Waldi und Co.
Förderverein sucht Unterstützer für Tierfriedhof
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| Hier am Rehbühl soll der Tierfriedhof entstehen, zeigt der Vorsitzende des Fördervereins Josef Gebhardt (links). Daneben die Vorstandsmitglieder Norbert Ziegler und Waldemar Reil (von links). Bild: Harald Mohr |
Die Stadt habe dem Antrag der SPD-Fraktion schon stattgegeben, dem Verein hier eine 1000 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung zu stellen, freut sich Josef Gebhardt. Im Gegenzug verlangt die Stadt nur eine eher symbolische Pacht von ungefähr 300 Euro im Jahr. Details sollen in den nächsten Wochen abgestimmt werden. Auch das Veterinäramt hat nach einer Voranfrage bereits grundsätzlich zugestimmt.
Jetzt sucht der Verein weitere Mitglieder, die ihn durch den jährlichen Beitrag von zum Beispiel 18 Euro für Erwachsene unterstützen. Natürlich sind auch Spender und Sponsoren gerne gesehen. Immerhin etwa 50 000 Euro braucht man als Startkapital, um den Friedhof zu gestalten.
Wie er genau aussehen soll, will man sich erst nach einer Besichtigung der nächst gelegenen Tierfriedhöfe überlegen. Die sind erstaunlich weit weg: In Nürnberg, Bayreuth und Ingolstadt zum Beispiel. Alle sind in privater Hand. Der Weidener Tierfriedhof soll voraussichtlich anders organisiert sein. Gegen eine möglichst geringe Gebühr an den Verein sollen auch ärmere Leute die Möglichkeit haben, ihr geliebtes Haustier zu beerdigen.
Diese Idee ist zwar nicht neu, aber selten. „In Bayern gibt es das bis jetzt nur in Kulmbach.“ Keine teueren Monumente sollen auf dem Tierfriedhof entstehen, sondern entsprechend einfache Grabmäler, etwa durch Holztafeln gekennzeichnet, so viel steht schon fest.
Gut 100 Tierfriedhöfe gibt es zurzeit in Deutschland. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass geschätzt zwei bis drei Millionen Haustiere jährlich in Deutschland sterben. Der Großteil davon wird wohl im eigenen Garten vergraben. Die meisten Gemeinden erlauben dies, so auch Weiden. Voraussetzung ist unter anderem, dass man seinen Liebling genügend tief vergräbt, so dass er nicht durch Aas witternde Tiere wieder ausgegraben werden kann. In Weiden geht man von 50 bis 100 Zentimetern aus, je nach Größe des Tieres.
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| So einen süßen Hund einfach als eine Art Sondermüll "entsorgen"? Das können sich Tierfreunde nicht vorstellen. Bild: Harald Mohr |
Wer keinen eigenen Garten besitzt, muss das tote Tier zu einer der zwölf Tierkörper-Beseitigungsanstalten in Deutschland bringen. Für die Region wäre die Tierkörper-Sammelstelle in Rothenstadt zuständig, die die Kadaver heute zu einer zentralen Verbrennungsanlage in Walsdorf bei Bamberg bringt. Seit der BSE-Problematik gehören auch tote Haustiere nämlich heute sozusagen als Sondermüll zur „Gefahrenklasse 1“ und müssen verbrannt werden.
Für Leute, die ihr geliebtes Tier nicht auf diese Weise „entsorgen“ wollen, aber keine eigene Beerdigungsmöglichkeit haben, ist der Tierfriedhof gedacht. Dabei will man nicht nur den Weidener Tierfreunden helfen. „Der Einzugsbereich wird die mittlere und nördliche Oberpfalz sein“, schätzt Josef Gebhardt.
Im kommenden Frühjahr will man mit den Arbeiten beginnen. Zunächst denkt man an das Anpflanzen von „ein paar Bäumchen und Sträuchern“. Auch eine Hütte zum Aufbewahren von Arbeitsgerät soll gebaut werden. Später könnte man sich sogar eine kleine, teilweise bewirtschaftete Hütte als Treffpunkt für Tierfreunde vorstellen.



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