Buntes Fleckchen Erde
Landkreis Amberg-Sulzbach hat geologische Radtouren erarbeitet
|
| Stellten vor kurzem die Radwege an der Station "Vilsquelle" in Kleinschönbrunn vor: (von links) Landrat Richard Reisinger, Hubert Zaremba vom Landratsamt, Waltraud Lobenhofer von der AOVE, Dr. Angela Wirsing, der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl und der Freihunger Bürgermeister Norbert Bücherl. |
Eine geht durch den nördlichen, die andere durch den südlichen Landkreis. Jede Tour ist etwa 50 Kilometer lang. Kein Problem auch für weniger geübte Radler, findet Dr. Angela Wirsing, schließlich seien die Touren so angelegt, dass man sie gemütlich an einem Tag absolvieren kann. Insgesamt 18 großformatige Tafeln stehen an den einzelnen Stationen.
Dr. Angela Wirsing hatte gefordert, dass die Tafeln sinnvollerweise immer unmittelbar am Ort des Geschehens aufgestellt werden sollten. Leider gelang dies dem Landkreis, der vielfältige rechtliche Abwägungen treffen musste, nicht in allen Fällen. So ärgert sich der Radler bei der Station "Seugaster Sandstein", dass die Seugaster Steinbrüche von hier und auch vom Radweg aus gar nicht zu sehen sind.
|
| Als Bausandgrube wurde dieses Burgsandstein-Vorkommen bei Süß lange genutzt. Klarer Fall für eine Station der geologischen Radtouren. Bild: Harald Mohr |
Beschriftet sind die Tafeln "in einfachen, aber fachlich korrekten Worten" speziell für Laien, verspricht die Geologin. Das ist ihr gelungen, wenn auch der Radler ein gewisses naturkundliches Grundinteresse mitbringen sollte. Man erfährt auch Interessantes abseits der puren Geologie, etwa, dass der wetterbeständige Seugaster Sandstein auch beim Bau des Nürnberger Gerichtsgebäudes verwendet wurde, in dem die berühmten "Nürnberger Prozesse" stattfanden.
Die Oberpfalz ist aus Sicht der Geologen, "ein buntes Fleckchen Erde", wie auch Dr. Angela Wirsing findet. Bruchzonen haben hier zu geologischer Vielfalt geführt, wie sie selten in Europa auf so engen Raum anzutreffen ist. So stößt man ein paar Kilometer weiter bei Freihung auf ein ehemaliges Bleibergwerk. Schon der Ortsname deutet auf die "Bergfreiheit" der Bergleute hin, die allerlei Sonderrechte genossen. Spätestens ab 1529 wurde hier Bleibergbau betrieben, im Jahr 1890 stellte die Grube "Vesuv" ihren Betrieb ein.
|
| Es waren nicht die alten Römer, sondern der Blei-Bergbau, der in Freihung dieses Monument hinterließ (Rest einer Verladeanlage). Bild: Harald Mohr |
An der Hammermühle bei Freudenberg kann man sehen, wie sich das Naabgebirge vor etwa 88 Millionen Jahren gegenüber den jüngeren Ablagerungen des Vorlandes um bis zu 1000 Meter herausgehoben hat. Aber nur, wenn man die entsprechende Tafel studiert, die einem die Besonderheiten des Geländes hier erklärt.
Wer brav alle Stationen abgeradelt hat, kann stolz darauf sein, einen Crashkurs in Oberpfälzer Geologie hinter sich zu haben. Ein Tipp für alle, die nicht so gerne radeln: Die Infotafeln stehen unter www.geotouren-as.de als PDF-Dateien zum Download zur Verfügung. Außerdem gibt es eine Broschüre, auf der die Touren, allgemeine Informationen zur Geologie der Oberpfalz sowie Kurzbeschreibungen der einzelnen Objekte nachzulesen sind.
Die Broschüre kann man kostenlos bei der Amberger Tourist-Information abholen oder unter tourist@amberg-sulzbach.de bestellen. Und dann die einzelnen Stationen auch ganz gemütlich mit dem Auto abfahren. Harald Mohr
|
| Der gebänderte und vielfarbige Sandstein aus den Gruben bei Atzmannsricht ist natürlich auch eine Station wert. Bild: Harald Mohr |
Kommentare
Ihre Kommentare werden veröffentlicht in Kooperation mit der best webnews GmbH, Köln.





versenden
drucken
Leserbrief
kommentieren


















