Falkenberg
Die Geheimnisse von Burg Falkenberg
Schulenburg-Ausstellung - Privaträume zu besichtigen
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| Wenn Schreibmaschinen sprechen könnten: Der Falkenberger Bürgermeister Herbert Bauer zeigt die Schreibmaschine von Schulenburg, mit der er so manchen geheimen Brief geschrieben haben mag. Bild: Harald Mohr |
„Der Zuspruch ist nicht schlecht“, freute sich dieser kurz nach der Eröffnung. Eintritt kostet die Sonderausstellung keinen, lediglich wer eine Führung will und dabei auch die Exponate im Obergeschoss sehen kann, zahlt einen kleinen Beitrag. Dort gibt es dann Fotos zu sehen und Gegenstände aus der persönlichen Habe der Schulenburgs. Unter anderem eine Kommode, auf denen noch die Siegel der Gestapo (Geheime Staatspolizei) kleben, mit denen sie die Schubladen versiegelt hat, als Graf von der Schulenburg auf der Burg verhaftet wurde.
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| Sogar die Siegel der Gestapo, die von Schulenburg verhaftete, sind noch vorhanden. Bild: Harald Mohr |
Die Ausstellung, Texte und Bilder auf raumhohen Tafeln, sollte eigentlich von der Moskauer Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur gestaltet werden, bei der Archivmaterial des ehemaligen deutschen Botschafters Friedrich Werner Graf von der Schulenburg aufbewahrt werden. Bei der Aktion gab es aber unerwartete Schwierigkeiten. Die Texte waren Bürgermeister und Erstem Vorsitzenden des Vereins Forum Falkenberg, Herbert Bauer, zu einseitig und deutschlandfeindlich. So sah man sich gezwungen, die Texte auf Grundlage der russischen neu zu schreiben. „Aber mit deutschem, nicht mit russischem Geschichtsverständnis“, wie Herbert Bauer betont.
Die Fotos besorgte man sich von der Familie zu Schulenburg. Wie die Tafeln belegen, war der Graf im Kreis der Hitler-Verschwörer, die am 20. Juli 1944 ein missglücktes Attentat auf Hitler durchführten, hoch angesehen. So war er wegen seiner guten Kontakte zu Stalin als künftiger deutscher Außenminister vorgesehen, wenn das Attentat geklappt hätte.
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| Zum ersten Mal sind die inzwischen ausgeräumten Privaträume der Schulenburgs zu sehen. Bild: Harald Mohr |
Man erfährt noch mehr bislang kaum Bekanntes: Schon am 14. Dezember 1942 soll die Sowjetunion NS-Deutschland ein geheimes Abkommen angeboten haben mit einem Friedensangebot, falls sich Deutschland hinter die Grenzen von 1939 zurückziehe. Hitler habe das abgelehnt. Man liest auch jene Sätze, die von Schulenburg der sowjetischen Regierung ausrichten ließ, bevor er hingerichtet wurde. Darin bat er unter anderem „dem deutschen Volke gegenüber weise und nachsichtig zu verfahren, da breite Schichten und nicht zuletzt die Gebildeten den Irrsinn des Krieges gegen die Sowjetunion verurteilten“.
Nach der Renovierung der Burg wird die Ausstellung wohl ein Teil der neuen Dauerausstellung werden. Herbert Bauer verriet der OWZ, dass bis dahin möglicherweise bislang unbekannte Tatsachen ans Tageslicht geraten werden. Ein Schweizer sei gerade dabei, verschlüsselte Funksprüche zu dechiffrieren, die zwischen der Reichshauptstadt Berlin und dem KZ Flossenbürg ausgetauscht worden sein sollen. Möglicherweise hängen sie damit zusammen, dass nach der Verhaftung von Schulenburgs die Burg als Arrestgebäude für hochrangige Kriegsgefangene genutzt worden war. Vielleicht birgt sie aber noch ganz andere Geheimnisse.
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| Die Sonderausstellung findet regen Zuspruch. Bild: Harald Mohr |
Die Sonderausstellung ist geöffnet jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag 14 bis 16 Uhr. Extraführungen unter Telefon 09637/1051.





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