Sulzbach-Rosenberg
Fährd fährt wie'n Ferd
Acht lokale Mofa-Rennteams treten in Speinshart an
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| Ein Teil des "Fährd" Teams: Armin Franz (von links), Matthis Pöllinger, Henrik Haupt, Stefan Schötz und Sebastian Kagermeier. Bild: Harald Mohr |
Insgesamt 117 Teams, überwiegend aus Nordostbayern, werden an den beiden Renntagen den Schlamm aufwühlen, darunter auch acht aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach: Neben „Fährd“ treten die „Wülden Hund“ und das „MH-Racing-Team“ ebenfalls aus Sulzbach-Rosenberg, sowie „d’Giftigen“ und das „Team Vollgas“, beide aus Kümmersbruck, an. Dazu kommen das „MBS-Racing-Team“ aus Ursensollen, das „Robeis Racing Team“ aus Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg und das „Noname Team“ aus Auerbach.
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| Die beiden Schrauber im Team: Stefan Schötz (links) und Henrik Haupt. Bild: Harald Mohr |
Die OWZ hat dem „Fährd“-Team stellvertretend für alle fleißigen Schrauber bei den Vorbereitungen über die Schultern geschaut. Vor 15 Jahren holte der Verein „Weekend Warriors“ in Speinshart die Hölle auf die Erde. Man begann mit fast normalen Mofas, mit denen einst oft Schüler zur Schule oder Lehrbuben an die Werkbank zockelten. Die Grundidee ist in all den Jahren die gleiche geblieben. Immer noch müssen mindestens 70 Prozent des Rahmens, der Motor, das Getriebe und das Prinzip der Rücktrittbremse erhalten bleiben.
Das macht aber gerade den Reiz des „Mofarennen Speinshart“ aus. Denn für so einen Extremeinsatz sind die Mofas natürlich nicht gebaut worden. Die winzigen Einzylinder-Motörchen mit höchstens 50 Kubikzentimetern Hubraum geben beim Rennen ihr letztes. Bei extremen Drehzahlen bis zu 14 000/Minute wird noch das letzte Pferdestärkchen herausgekitzelt. Zwischen sechs und zehn PS sind es, je nach Geschick der Teams.
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| Henrik Haupt schweißt noch ein paar Schweißpunkte zur Verstärkung. Bild: Harald Mohr |
Nicht jedes „Mofa“ überlebt den harten Einsatz. Auch die „Fährd“-Männer haben als erstes Etappenziel: „Man hofft, dass der Motor durchhält und nichts passiert“, so Henrik Haupt, der im Beruf Lastwagenmotoren zusammenschraubt. Im Verein ist er für das Fahrwerk zuständig. Er hat es sich von einer alten Kawasaki-Enduro geholt und an das Chassis eines Zündapp-Mofas angepasst. Das Basisfahrzeug muss mindestens 21 Jahre alt sein und darf keine manipulierbare elektronische Zündung haben.
Stefan Schötz, beruflich mit Elektronik beschäftigt, ist der Motoren-Spezialist. Er hat den einzigen Zylinder des Zweitakters ausgetauscht gegen einen mit größeren Überströmkanälen, dazu gehört ein neuer Kolben. Ein größerer Vergaser lässt mehr Gemisch durch. Der Kurbeltrieb blieb der gleiche und muss jetzt zeigen, was für Reserven er hat. Ebenso das einfache Dreigang-Getriebe. Immerhin wurde die Kupplung verstärkt, um durch das höhere Drehmoment nicht gleich abzurauchen.
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| In der "Hölle von Speinshart" geben die Fahrer ihr Letztes. Archivbild: Harald Mohr |
Mit einem Etat von etwa 1000 Euro liegen die Schrauber im unteren Bereich. „Manche haben ein Budget von 10 000 Euro“, weiß Armin Franz, in dessen Hobby-Werkstatt zurzeit der Rennstall beheimatet ist. Doch „der Spaß steht an erster Stelle“. Immerhin rekrutiert sich das neue Team aus Leuten, die in Speinshart zumindest in der besseren Hälfte mitgefahren sind. Armin Franz ist deshalb guter Dinge: „Nicht das schnellste Mofa gewinnt, sondern das zuverlässigste Team.“





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