Weiden
Gekommen, um zuzuhören
Bundesministerin Dr. Kristina Schröder in Weiden
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| Kompetent, aber vage: Ministerin Kristina Schröder inmitten von CSU-Fraktionsvorsitzendem Wolfgang Pausch (von links), MdB Albert Rupprecht und Bürgermeister Lothar Höher. Bild: Harald Mohr |
Dafür ist die attraktive, gerade 33 Jahre alt gewordene Wiesbadenerin jetzt selbst nach Weiden gekommen: Ehemann Ole Schröder, mit dem sie seit Februar verheiratet ist, ist mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht seit langem persönlich befreundet. Dieser fädelte jetzt den Besuch ein.
Als sie im Maria-Seltmann-Haus eintrifft, meint man, Vorgängerin Ursula von der Leyen käme durch die Tür: Strahlend schwebt die zierliche Diplom-Soziologin, von hohen Absätzen auf ministerielle Größe gebracht, herein.
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| Kann gut zuhören: Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bild: Harald Mohr |
Ein unkonventioneller Besuch. Kein Eintrag ins Goldene Buch, keine Grußworte, keine Musik. Die jugendfrische Ministerin will heute zuhören. Ganz ohne politisches Statement geht es freilich nicht. Sie sei „für alle zuständig“, erklärt die Ministerin. „Außer für mittelalte, kinderlose Männer.“ Sie spricht in klarem Hochdeutsch, in der Schule in Wiesbaden scheint kein Quäntchen Hessisch an ihr hängen geblieben zu sein. Schon als Schülerin trat sie der Jungen Union bei, ein Polit-Profi reinsten Wassers.
Eine politische Linie ist aber nicht herauszuhören, und das ist auch gewollt. „Leitbilder vom Staat sind anmaßend“, findet Dr. Kristina Schröder, der Staat müsse vielmehr „Optionen eröffnen“. Angesichts der älter werdenden Gesellschaft gehörten da auch ganz neue dazu: „Pflege und Beruf muss genauso vereinbar sein wie Kinder und Beruf.“ Nun sollen die Teilnehmer – geladene Gäste, die aus dem Bereich Soziales kommen – ihre Anliegen vortragen, und zwar „alles, was ihnen am Herzen liegt“, so Albert Rupprecht.
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| Unkomplizierte Ministerin: Dr. Kristina Schröder verzichtete bei der Ankunft auf politische Ehren. Bild: Harald Mohr |
Das haben leider einige Sprecherinnen zu wörtlich genommen: Einen großen Teil der verbliebenen Dreiviertelstunde nahmen allein Elisabeth Schieder von Donum Vitae und Edelgard Neumann-Böckels von Dornrose in Beschlag. Kurz fasste sich dagegen zum Beispiel Maria-Louise Deyerling vom Bündnis „Weiden ist bunt“ mit ihrer Forderung, die Neonazis endlich zu verbieten. „Wir würden uns viel leichter tun.“ Dennoch blieb der Ministerin am Ende nur sehr wenig Zeit, um auf die Vielzahl der aufgeworfenen Fragen einzugehen.
Entsprechend dünn fielen die Antworten aus. Fachlich zwar wie der Fisch im Wasser, scheute die Ministerin dennoch vor klaren Ansagen zurück. „Natürlich würde ich gern die NPD verbieten“, hieß es da etwa, doch das hätte womöglich keine Aussicht auf Erfolg. Also lässt man es lieber bleiben. Sonst hätte die Partei ja „ein staatliches Gütesiegel“. Auf die Forderung nach einer besseren Bezahlung sozialer Berufe antwortet sie: „Natürlich würde ich das gerne fordern.“
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| Nicht alle Wortbeiträge waren so angemessen kurz wie der von Margot Salfetter, der Beauftragten für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit. Bild: Harald Mohr |
Sie würde gern. Aber sie tut es nicht. Und gibt keine Antworten auf die „Angst, was kommen soll“ wie ein Rentner seine Gefühle formulierte. Vielleicht lässt man der Ministerin beim nächsten Mal mehr Zeit zum Antworten.





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