Sulzbach-Rosenberg
Hochmoderne Mittelalter-Burg
Stadtmuseum zeigt neue Dauerausstellung über das Schloss
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| Museumsleiterin Edith Zimmermann: "Vielleicht saß die letzte Schlossherrin Franziska Dorothea auf diesem Stuhl." Bild: Harald Mohr |
Im Jahr 2006 hatte man die Räume im Dachgeschoss für die Sonderausstellung „350 Jahre Fürstentum“ genutzt. Nachdem sich in dieser Zeit das neue Bild des Schlosses immer mehr verfestigte, je länger Dr. Matthias Hensch in den Jahren 1993 bis 2003 und 2008/2009 grub, wartete man sinnvollerweise, bis man jetzt die Dauerausstellung mit den neuen Funden wieder eröffnete.
Inzwischen weiß man zum Beispiel, dass Sulzbach 300 Jahre älter ist als angenommen. Man fand nämlich Belege aus der Zeit um 700. Im Lauf des 11. und 12. Jahrhunderts bauten die Grafen von Sulzbach ihre Stammburg zu einer modernen, hochmittelalterlichen Burg um, die sogar eine Fußbodenheizung hatte. Ihre heutige Form erhielt die Burg im Jahr 1355, als der Palas, also das Repräsentationsgebäude, errichtet wurde. Im Jahr 1582 baute Ottheinrich II. die mittelalterliche Burg zu einem Schloss um. Allerdings ließen seine beschränkten finanziellen Mittel kein allzu prunkvolles Gebäude zu, so dass der burgartige Charakter bis heute erhalten blieb.
Bedeutend war auch das Jahr 1807. Der Sulzbacher Verleger Johann Esaias von Seidel erwarb das Schloss, das damals nur noch als Kaserne und Lazarett genutzt wurde. Erst Seidel kultivierte und terrassierte die Schlosshänge mit prächtigen Gartenanlagen. 1854 verkaufte Seidel das Schloss an den Regensburger Verlegerkollegen Friedrich Pustet der aber nur kurz der Besitzer war. Im Jahr 1861 kaufte der bayerische Staat die gesamte Schlossanlage und nutzte sie als Frauengefängnis. Von 1920 bis 1929 ist das Schloss kurz eine Strafanstalt für Männer. Nach wechselnden Nutzungen unter anderem als Mädchenlyzeum und Waisenhaus wird im Jahr 1963 das Heimatmuseum im Schloss eingerichtet.
Seit 1988 sind eine Außenstelle des Staatsarchivs Amberg und die Polizeiinspektion im Schloss untergebracht. In den Jahren 1993 bis 1999 wird das Schloss generalsaniert. Heute beherbergt es zusätzlich das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, die Stadtbibliothek sowie die Städtische Sing- und Musikschule. An die Nutzung als Schloss erinnern im Stadtmuseum viele Exponate, zum Beispiel ein Stuhl. „Vielleicht saß die letzte Schlossherrin Franziska Dorothea, die Mutter des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph, auf diesem Stuhl“, sagt Museumsleiterin Edith Zimmermann.


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