Routhaus, Spülvereinigung und Geld
"Also, ich verstöih des niat, dou blout unser Stodt drin as, göiht fast nix mehr und dann wern Parkplatzgebührn nu erhöht", schimpfte der "roude Kare". "Naja, weil's halt drin im Routhaus koi Geld nimmer homm, fallt ihnen scho allerlei ei", schmunzelte ihm der Hans zu. "Naja, etzat amal im Ernst. Zwanzg bis dreißg Prozent is scho vül." Der Rudl stimmte ihm zu: "In der Altstodt drin göiht doch g'schäftlich so guat wöi goar nix mehr, höichstens wenn g'feiert wird. Sunst is doch des a toute Hosn. Beim Dänner-Eck göiht nix voran, beim Hertie a niat. Wöi soll denn des weitergöih?" "Und die Hausbesitzer wern a nu zur Kassa gebetn, weil Grundsteier erhöht wird. Af der andern Seitn gibt's weniger Geld für die Vereine, is denn des nu a Welt", brummte der Schorsch und weckte damit seinen "Freind", den "rouden Kare". "Also du brauchst di goar niat beschwern. Bei deiner Spülvereinigung houd doch d'Stodt des Geld mit alle Händ' vom Fenster assegworfen. Sog mir amal oin Verein, der so unterstützt worn is!" Der Schorsch schwieg. Der "roude Kare" platzte fast vor Wut: "Ja, schau nur eine. Etzat homm's wieder 250 000 Euro kröigt, vo an angeblichen Privatma! Des soll doch der bisher gröißte Gewerbesteierzohler gwen sa, mit Reifen und Autoteilen g'handelt homm! Deiner Spülvereigung schöims des Geld doch vo alle Seitn hinten eine, niat bloß vo der Stodt." Der Rudl bemühte sich, die Gemüter zu beruhigen. "Ihr möits ober a sehng, wöivül Afgaben jeds Johr af d'Stodt zoukumma, wous vül Geld brauchen, Blumenschmuck, Serenaden und wos woiß ich nu. Des siaht koiner. D'Stodt soll dou immer bloß zohln, nimmt ober nix ei!" Nur wenige Sonntagsspezln ließen dieses Argument gelten. "Des mou Amberg, Rengsburch oder Bayreuth genauso, ober dou wern deshalb niat glei die Parkgebührn oder Grundstückssteier erhöht", entgegnete der "roude Kare" und fügte hinzu, dass weder Amberg, Regensburg oder Bayreuth "vo der Stodt gleich so a teiers Stadion higstellt kröigt homm, nu dazou an Zuschuss, dass iberhapts Fußball spüln kinna". "Döi gemm'se halt mit der Bayern- oder Landesliga z´frien, asser dem Jahn, ober iber dem kreist a scho der Pleitegeier", meinte der "roude Kare" und sah dabei wieder dem Schorsch in die Augen. Der Rudl beendete das Streitgespräch mit der Frage, wer denn am Wochenende mit auf das Fischerfest ins Stadtbad gehen würde. Jetzt herrschte wieder Frieden bei den Sonntagsspezln, nur der Schorsch grollte. (kf)zum Thema





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