Hauptberuflicher Wähler
Jetzt dürfen wir schon wieder wählen. Diesmal ein Gesetz. Und ich dachte immer, fürs Gesetze machen sind die Politiker da. Allmählich wird das kostenpflichtig. Alle paar Wochen irgendein Gesetz abwählen oder bestätigen, irgendeine Gemeinderatsentscheidung gut heißen oder verreißen. Das artet allmählich in Arbeit aus.Und bringt uns diese schleichende Entwicklung zur Basisdemokratie was? Ich glaube nicht, denn wir sind doch schon überfordert damit, in der Wahlkabine zwei Seiten Gesetzestext über das Nichtraucher-Schutzgesetz zu lesen und zu verstehen.
Wenn wie in Deutschland populistische Politiker und querulatorische Bürger zusammenkommen, läuft das darauf hinaus, dass alle Gesetze und Beschlüsse erst vom Volk abgesegnet werden müssen. Dann hieße es: Jeden Sonntag wählen gehen.
Wir würden sozusagen zu hauptberuflichen Wählern. Und damit zu Politikern. Meinetwegen, aber was für Diäten gibt es dann dafür?
Ihr Harald Mohr
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