11.03.2010
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Legendäre "Milchbar" soll wieder Treffpunkt werden
In den fünfziger Jahren trifft sich die Weidener Jugend beim Milchshake
Die neue Besitzerin der "Milchbar": Beatrix Rechl ist die Nichte von Marga Feilner. Der Treppenaufgang (im Hintergrund) bleibt erhalten. Bild: Klaus Federl
WEIDEN. Mai 1955, zehn Jahre nach Kriegsende. Der Rock'n'Roll lässt Pferdeschwänze wehen und Pettycoats wirbeln. Die amerikanische Jugend trifft sich beim Milchshake. Die Jugend Weidens trifft sich in der "Milchbar".
Kein Treffpunkt innerhalb der Stadtgrenzen kann es bis 1955 mit der Popcorn-Idylle amerikanischer Filmstreifen aufnehmen. Es ist trostlos. Bis eines Tages mit einem Amerikaner die Liebe bei der unvergesslichen Marga Feilner Einzug hält. Glück und eine Milchbar gehen aus dieser Verbindung hervor. Ein Jugendtreff nach amerikanischen Vorbild wird für einen Neubau in der Postgasse geplant.
Fortan treffen sich die 14- bis 19-jährigen Weidener nach der Schule und am Sonntag in der "Milchbar", in der anstelle von Alkohol und Cola Milchshakes ausgeschenkt werden. Aus der Musikbox dudeln die Hits der Fifties. Marga Feilner und ihre Schwester Frieda hantieren eifrig mit dem Milchmixer. Eine Linol-Wand mit eingeschnitzten Straßencafé-Szenen und Figuren, die den Marlboro-Männchen ähneln, waren damals Hauptattraktionen und sind heute "Kunst aus der Zeit". Drei junge Weidener Architekten - Heiner Macht, Wilfried Schneeberger und Hermann Rühl - hatten sich 1955 nach Vorbildern für die Gestaltung der "Milchbar" umgeschaut. In einem "revolutionären Konzept" integrierten sie Treppenaufgang und Galerie, die fortan von Teenies belagert waren.
11.03.2010
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Legendäre "Milchbar" soll wieder Treffpunkt werden
In den fünfziger Jahren trifft sich die Weidener Jugend beim Milchshake
In der "Milchbar" wurden Ehen geboren, tiefe Freundschaften geschlossen, sogar Stars wie Rex Gildo oder Roy Black schauten nach einem Gastspiel im nahen Josefshaus bei "der Marga" vorbei.
Vor 55 Jahren gründete Marga Feilner die "Milchbar" in der Postgasse und schuf damit einen legendären Treffpunkt für die Jugend. Jetzt sucht ihre Nichte einen neuen Pächter. Archivbild: Klaus Federl
Aus den Schülern wurden Studenten, später Juristen, Künstler oder Mediziner, die immer wieder, wenn sie nach Weiden kamen, in der "Milchbar" einkehrten.
Die Zeiten änderten sich. Es gab später auch Espresso, Bier und Wein. Der Gummibaum im Schaufenster, die Kurbelkasse, die Pendeluhr und die Troddellampen aber blieben. Genauso wie das Schmankerl der besonderen Art auf der Herren-Toilette: Ein Original-Automat, der beim Einwurf eines Groschens Kölnisch Wasser sprühte.
Mit dem Tod der unvergesslichen Feilner-Marga im vergangenen Jahr wurde die legendäre "Milchbar" vorübergehend geschlossen. Ihre Nichte Beatrix Rechl ließ das Lokal renovieren, ohne aber den Stil zu verändern. Jetzt sucht sie einen neuen Pächter, der die "Milchbar" im Sinne ihrer Tante Marga weiterführt. "Der Wunschtermin für die Wiedereröffnung wäre im Mai, rechtzeitig zum 55-jährigen Jubiläum", sagt Beatrix Rechl. Klaus Federl
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