Amberg
Camillo lässt Senioren strahlen
Im Marienheim wird ein Therapie-Begleithund eingesetzt
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| Wenn Camillo durch den Reifen springt, schult das auch die Seniorin. Bilder: Harald Mohr |
Der zweijährige Golden Ret-riever ist angehender Therapie-Begleithund. Zusammen mit Frauchen Marion, die eine Fortbildung in tiergestützter Therapie macht, wird er künftig ein Therapie-Begleithunde-Team bilden. Noch gilt sein Einsatz als Praktikum für Marions Ausbildung. Die 29-jährige Marion Beck ist im Hauptberuf Erzieherin und kann mit Menschen umgehen.
Irgendwann will sie sich mit ihrem Camillo selbstständig machen und neben ihrem Hauptberuf, den sie beibehalten will, ihre Dienste in Seniorenheimen, bei Wachkomapatienten, in Kindergärten und Schulen anbieten. Die Hunderasse Golden Retriever ist ideal für diesen Zweck, denn die Hunde gelten als sehr menschenfreund- ndlich und nicht aggressiv.
Aber noch müssen die beiden üben. Mit Leckerlis trainiert Marion ihren Camillo, denn er muss mehr können als sich einfach nur streicheln zu lassen. Bei der Begrüßungsrunde bekommt Camillo erst mal von jeder Teilnehmerin Leckerlis. Schon diese scheinbare Nebensache hat einen therapeutischen Sinn: „Es schult die Beweglichkeit und die Motorik“, weiß die gerontopsychiatrische Fachkraft Margit Kaczorowski, die die Aktion von Seiten des Altenheimes betreut.
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| Margit Kaczorowski (links) begrüßt das Angebot von Marion Beck. |
Auch das Gedächtnis wird geschult: „Wissen Sie noch, wie ich heiße?“, fragt Marion Beck. „Und wie heißt mein Hund?“ Bei einem anderen Spiel müssen die Bewohner einen Würfel werfen. So viele Augen darauf zu sehen sind, so viele Leckerlis bekommt Camillo. Aber das ist nicht der Sinn der Übung, sondern die Bewohner sollen die Zahl erkennen, was ihnen nicht immer leicht fällt. „Es ist wie im Kindergarten“, stellt Marion Beck fest, „sie lernen alles durch Spielen“.
Aber was sagen die Bewohner dazu? Bertha Wagner (81), die als Oma von Marion Beck den Kontakt zum Altenheim hergestellt hat, findet es „ganz toll“, räumt aber auch ein: „Für viele war es neu, manche hielten es für eine Spinnerei.“ Nicht alle Altenheimer-Bewohner trauen sich, aber das macht nichts: „Wir sind einfach mit dem Hund durchs Haus gegangen und haben jeden einzeln gefragt, ob er mitmachen möchte“, berichtet Margit Kaczorowski.
Die, die sich getraut haben, haben es nicht bereut. „Die meisten begrüßen es, einmal ein Tier in den Händen zu haben“, erzählt Bertha Wagner. Und auch Camillo ist überglücklich. Und er hat sich wieder mal richtig austoben können. Nach einer Stunde ist er so müde, dass er sich jetzt erst mal flach legt.



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