Wunsiedel/Konnersreuth
Nestbau mit Nikita
Greifvogelpark rüstet sich für die kommende Saison
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| Steinadler-Weibchen Thyra präsentiert hier ihre Schwingen. Bild: Harald Mohr |
Falkner Eckard Mickisch aus Neudorf bei Konnersreuth war in seinem früheren Leben Systemspezialist für Telekommunikations-Informatik und hat in seinem Vogelpark High-Tech vom Feinsten aufgefahren.
Die Kommandozentrale ist ein unscheinbares Holzhäuschen, in dem es immer heißen Kaffee gibt und nach Hund riecht.
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| Hat immer alles im Auge: Wanderfalke Cheyenne. Bild: Harald Mohr |
Die vielen Monitore und Kabel wollen so gar nicht in diese Berghüttenwelt passen, und doch sind sie unabdingbarer Bestandteil dieses Ensembles. Der Greifvogelpark ist keine reine Touristenattraktion, sondern eine Mischung aus Ausflugsziel für Familien, einer Forschungsstation und einer Bildungseinrichtung. So etwas nennt man kurzerhand „Zoo“, und deshalb hat der Greifvogelpark das offizielle Prädikat „Zoologischer Garten“ schon im zweiten Jahr nach der Eröffnung im Jahr 2007 bekommen.
Der 46-jährige Eckard Mickisch ist der Zoodirektor, aber auch Falkner aus Leidenschaft, Tierfreund, Forscher und Lehrer in einer Person. Und er ist auch Ersatz-Partner für die Vögel. Als die OWZ ihn im Februar besuchte, lag das Gelände einen Meter hoch im Schnee, aber die Greifvögel in den Volieren waren umso heißer: Der Jahresanfang ist ihre Brunftzeit.
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| Wann darf ich wieder fliegen? Wanderfalken-Weibchen Sue steckt schon mal den Kopf aus dem Schnee. Bild: Harald Mohr |
Die heute erwachsenen Tiere sind hier geschlüpft, haben aber als erstes Lebewesen Eckard Mickisch gesehen und wurden auf ihn geprägt. Wenn er das Holzhäuschen verlässt, begrüßen ihn die Einzeltiere aus den Volieren mit unmissverständlichen Balzrufen.
Eckard Mickisch steigt auf einer Leiter hoch zu Nikita, der Steinadlerfrau. Er hat einen Zweig mitgebracht, das ist so üblich bei Steinadlers. Nikita baut ihn aufgeregt ins Nest ein. „Ich baue mit dem Adlerweibchen Nester“, erklärt Eckard Mickisch. „Sonst legt sie keine Eier.“ Noch müssen die Weibchen künstlich besamt werden, echte Adlermännchen würden sie nicht anerkennen.
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| "Vaterpflichten": Der Vogelnachwuchs möchte gefüttert werden. Bild: privat |
Das geht erst ihn der nächsten Generation, die hier im Horst schlüpfen wird. „Ende Februar haben wir die ersten Eier“, sagt Eckard Mickisch. Bei unerfahrenen Vögeln werden sie noch in Brutkästen aufgezogen. Aber das Ziel ist: „Ich will, dass die Vögel ihre Jungen selbst aufziehen.“ Dabei kann man dann zuschauen. 24 Videokameras, die in jeder Voliere eingebaut sind und alle fünf Sekunden ein Bild schießen, dokumentieren das Verhalten der Vögel für die Wissenschaft.
Der Server im Holzhäuschen hat dafür eine Festplattenkapazität von drei Terabyte. Darüber hinaus kann jeder übers Internet die Bilder von zwei Webcams abrufen. Der Vergleich an „Jurassic Park“ drängt sich auf – und er ist gar nicht so abwegig. Die Vögel sind die legitimen Nachfahren der Dinosaurier, und auch im Greifvogelpark wird altes Erbgut erhalten und seltene Greifvögel so vor dem Aussterben bewahrt. Gewissermaßen ist der Greifvogelpark also die realistische Version von „Jurassic Park“.
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| Noch anschmiegsam: Adler-Nachwuchs. Bild: privat |
Am 28. März öffnet der Park wieder. Auf 20 000 Quadratmetern gibt es über 50 Vögel von 20 verschiedenen Arten zu sehen, die in artgerecht ausgestatteten Volieren gehalten werden. Neben der Flugvorführung können die Besucher danach in der „Kinderstube“ bei der Fütterung der Jungvögel zuschauen und sogar mit der Pinzette selber füttern. Mit etwas Glück kann man auch sehen, wie gerade ein Junges schlüpft. Zeit sollte man dafür aber mitbringen.
Geöffnet hat der Greifvogelpark täglich außer Montag (Ausnahme Feiertag) von 10 bis 18 Uhr. Die Flugvorführung ist um 15 Uhr. Informationen auch im Internet unter www.falknerei-katharinenberg.de. Von hier aus kann man auch die Webcams abrufen.
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| Papa Steinadler ist wieder da! Weibchen Nikita ist auf Eckard Mickisch als Horstgefährte geprägt. Bild: Harald Mohr |







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