Eschenbach
In Reihe aus der Reihe tanzen
Die Linedancer der "Flying Boots" machen es vor
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| Rainer Pech und Ehefrau Martina sind von Anfang an bei den "Flying Boots" dabei. Bild: Harald Mohr |
„Wir haben fast 200 Tänze im Programm“, sagt Vereinsvorsitzender Rainer Pech. Das macht die Sache nicht einfacher, doch Anfänger werden jederzeit schonend in den Tanz eingeführt, versprechen die, die es schon können.
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| Immer in Bewegung: Petra variiert gerne etwas flottere Tanzschritte. Bild: Harald Mohr |
Linedance ist kein Tanz wie Walzer oder Tango und hat auch nichts mit Square-Dance zu tun, bei dem ein Caller spontan die Tanzschritte ansagt. Der Linedancer tanzt zwar immer schön in der Reihe, aber auch aus der Reihe, denn Linedance-Tänze sind eher Choreographien. Dabei werden etwa 40 standardisierte Tanzfiguren mit Namen wie „Grapevine“, „Coaster-Step“ oder „Jazz-Box“ zusammengestellt, manchmal sogar speziell für einzelne Country- oder New-Country-Songs. Mittlerweile sind weltweit schon an die 15 000 solcher Tänze bekannt, die sich über das Internet schnell über den Planeten ausbreiten.
Das Schwierige beim Linedance ist, dass jeder Tänzer die Abfolge der Grundschritte bei jedem Tanz selbst im Kopf haben muss. Nichts für Leute mit schlechtem motorischem Gedächtnis also. Wenigstens muss sich der Linedancer nicht auch noch mit verschiedenen Rhythmen auseinandersetzen: Country-Songs sind zumeist im Vier-Viertel-Takt geschrieben. Wer aus dem Takt gerät, kann sich später leicht wieder einklinken. Im Gegensatz zum Square-Dance ist hier auch keine besondere Kleidung üblich. Mit Jeans ist man richtig angezogen. Wer noch etwas authentischer daherkommen will, trägt Cowboystiefel und einen Cowboyhut.
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| Quadratur des Kreises: Linedancer können ausnahmsweise auch mal im Kreis tanzen. Bild: Harald Mohr |
Die Geschichte des Line-Dance verliert sich im Dunkel der US-amerikanischen Geschichte. Man vermutet ein Konglomerat aus verschiedenen Volkstänzen der europäischen Aussiedler. Ende des 19. Jahrhunderts soll Linedance sogar Unterrichtsfach an den amerikanischen Schulen gewesen sein. Dann hörte man eine Zeit lang nichts mehr von diesem Tanz. Erst in der Rock’n’Roll-Ära, als Fernsehserien die jeweils neuesten Tänze mit in Reihen synchron tanzenden Tänzern bekannt machten, tauchte auch der Name „Linedance“ erstmals auf. Vielleicht fanden die TV-Choreografen, dass die Reihen-Tänzer das 4:3-Bildschirmformat besonders gut ausfüllten. Als dann John Travolta 1980 im Film „Urban Cowboy“ über die Bühne schlackste, erlebte der Linedance ein erneutes Revival.
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| Nicht aus der Reihe tanzen: Linedancer machen alles gemeinsam. Bild: Harald Mohr |
Jeden Freitag um 20 Uhr geht es los im Saal des Eschenbacher Gasthofes „Scherm-Karl“ (direkt am Marktplatz unten rechts), wo die Tänzer auch ihren „Flying Boots Saloon“ aufgebaut haben. Jeder kann da reinschnuppern. „Man braucht nicht gleich Mitglied werden“, verspricht Rainer Pech. Gerne sind auch Herren gesehen, denn rund drei Viertel der Mitglieder der „Flying Boots“ sind Frauen.
Kontakte wird man auf jeden Fall knüpfen, denn die „Flying Boots“ haben viele Auftritte und treffen sich mit befreundeten Vereinen. Als Höhepunkt sind sie jedes Jahr beim Deutsch-Amerikanischen Volksfest in Grafenwöhr dabei. „Wir haben auch amerikanische Mitglieder“, berichtet Rainer Pech. Die lernen dann begeistert bei den Deutschen den amerikanischen Volkstanz.
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| Alles geht: Paartanz ist selten, aber Linedancer sagen niemals nie. Bild: Harald Mohr |









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