"Eine Medaille möchte ich schon gewinnen"
Vor den Paralympics: Die deutsche Gold-Hoffnung Gerd Schönfelder im Interview
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| So wollen wir Gerd Schönfelder auch in Vancouver jubeln sehen. Archivbild: Landgraf |
Herr Schönfelder, mit welchen Erwartungen fliegen Sie nach Vancouver?
Gerd Schönfelder: Die Spiele in Vancouver werden sicherlich meine letzten Paralympics sein. Ich werde in Sotschi sicher nicht mehr am Start sein. Man soll zwar nie "Nie" sagen, aber ich gehe davon aus, dass das meine letzten Paralympics sind. Ich muss keinem mehr etwas beweisen, aber man setzt sich ja selbst immer Ziele und ich bin nicht der Typ, der dahin fährt, nur um dabei zu sein. Ich möchte schon eine Medaille gewinnen. Mein Traum wäre, noch eine Goldmedaille in irgendeiner Disziplin zu gewinnen. Fünf Möglichkeiten habe ich und ich hoffe, dass es einmal klappt. Und wenn nicht, ist es auch kein Problem.
Auf Ihrer Homepage läuft ja schon seit längerem der Countdown für die Paralympics. Ist das für sie noch etwas Besonderes? Oder hat sich für die sechste Teilnahme schon Routine eingestellt?
Paralympics sind immer ein Highlight. Ich zähle den Behindertensport zu den Randsportarten. Da geht es uns nicht anders als den Kanuten oder Fechtern. Olympia ist einfach das Highlight, wo mediales Interesse da ist. Bei normalen Wettkämpfen sieht man da auch kaum etwas. Bei uns ist das auch so, von daher ist Olympia etwas ganz Besonderes. Routine stellt sich zwar schon insofern ein, dass man weiß, wie es ungefähr ablaufen wird. Ich bin nicht mehr so nervös. Aber es ist natürlich schön, wenn auf einmal viele Zuschauer da sind und man im Fernsehen ist (Anm. d. Redaktion: ZDF, ARD und Eurosport übertragen, mehr Infos zu den genauen Sendezeiten unter: www.dbs-npc.de). Das ist super und positiv. Während der anderen Saison-Ereignisse wie die Weltmeisterschaften ist das leider weniger der Fall. Da ist zwar auch schon mal das Fernsehen dabei, aber nicht in dem Umfang.
Wen würden Sie als Ihre größten Konkurrenten ansehen?
Es gibt mehrere Rivalen, das kann man nicht auf einen festlegen. Es gibt bestimmt zehn oder 15, die man immer auf der Rechnung haben muss. Die stärksten kommen aus Österreich, Frankreich, der Schweiz, Amerika. Außergewöhnlich sind die Australier. Sie sind bei den Nichtbehinderten im Weltcup kaum vertreten. Für die Behinderten haben die Australier aber ein gutes Fördersystem. Sie haben zudem den Vorteil, dass sie aus dem Winter kommen und dann bei uns wieder Winter haben. Sie können also praktisch das ganze Jahr trainieren.
Wie sehen Ihre Planungen nach dem Ende Ihrer aktiven Karriere aus?
Ich habe Elektroniker gelernt, habe eine Techniker-Fortbildung gemacht und dann sechs Jahre bei AEG gearbeitet. Danach habe ich mit einem Freund ein Sportgeschäft geleitet. Jetzt ist es kaum noch möglich, neben dem Skisport etwas zu machen. Was passiert, wenn ich mal aufhöre, ist noch nicht sicher. Ich werde sicherlich in der Sportbranche tätig bleiben, vielleicht im Marketing. Ich habe meinen Trainerschein gemacht und könnte auch als Trainer arbeiten. (lst)
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