Von Bürgerreporter/in Alexander Grundler  |  07.12.2009  | Netzcode: 2113294  |  1987 Mal gelesen.Beitrag einer OWZ-Bürgerreporter/in
Weiden

Preis JobErfolg 2009 geht an die Stadt Weiden i. d. OPf.

Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz

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Der Behindertenbeauftragte der Stadt Weiden Alexander Grundler (links) und der Personalratsvorsitzende Bernhard Müller freuen sich das ihr Arbeitgeber mit dem Preis JobErfolg 2009 ausgezeichnet wurde.
Die Stadtverwaltung Weiden hat dieser Tage von der Bayerischen Staatsregierung den Preis JobErfolg 2009 in der Kategorie „Öffentlicher Dienst“ erhalten. In der Begründung der Jury heißt es: Weiden entwickle sich zu einer vorbildlich "inklusiven Stadt".

Beispiel: Zwei Auszubildende, die 2008 in der städtischen Behörde einen Ausbildungsplatz erhielten, obwohl ihr Weg "bislang nicht gerade verlief". Insgesamt wird Weiden eine "vorbildliche Kooperation von Selbsterfahrung, politischem Willen und oberpfälzischem Geschäftssinn" bescheinigt. Auch wurde mit Hilfe der Stadt der weiße Fleck der Integrationsfirmen in der Nordoberpfalz beseitigt, ein solches Unternehmen hat bereits seine Arbeit aufgenommen und zwei weitere stünden schon in den Startlöchern.

Damit setzt die Stadt Weiden einen seit vielen Jahren eingeschlagenen Weg fort, denn Menschen mit Einschränkungen bekamen und bekommen immer wieder die Möglichkeit sich bei der Stadt Weiden zu beweisen. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm mahnte in ihrer Laudatio vor allem auch die bayerischen Ministerien, sich an der Stadt Weiden i. d. OPf. ein Beispiel zu nehmen und selbst die Schwerbehindertenquote zu erfüllen. Der Gesetzgeber gibt eine Beschäftigungsquote von 5 Prozent vor und die Stadt Weiden sei mit fast 10 Prozent ein leuchtendes Vorbild. Besonders erwähnt wurde auch die Schaffung der hauptamtlichen Stelle des „kommunalen Behindertenbeauftragten“, dies sei in Bayern noch eine Seltenheit und auch hier gehe die Stadt Weiden ihren Weg unbeirrt weiter.

Dieser Preis wird alljährlich am 3. Dezember vergeben, denn der 3. Dezember ist der Welttag der Menschen mit Behinderung. Eines wurde hier auch klar, was in unserem Alltagsleben oft ausgeblendet wird: Ein Handicap kann von der einen Minute auf die andere jeden ereilen. Eben stand man noch mitten im Leben und auf einmal wird man aus selbigem gerissen und weiß nicht, wie man mit seiner Einschränkung weiterleben soll. Aber eine Dame umschrieb es bei der Preisverleihung sehr passend - sie sagte: „Wir Behinderte sind Kämpfer und wir haben Power, wir wissen was wir können und sind dankbar für jede Chance.“ Auch diese emotionale Einstellung ist es, welche anscheinend auch immer mehr Arbeitgeber in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst dazu bewegt, auf Menschen mit Handicap zu setzen.

So bekam in der Kategorie „Privatwirtschaft“ der Caravanhersteller Fendt den Preis JobErfolg 2009 verliehen. Für seinen herausragenden Einsatz für Mitarbeiter/innen mit Handicap. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Spielplatzgeräte Maier aus Traunreut.

Insgesamt bleibt wirklich zu wünschen, dass dieser Preis in der Wirtschaft die nötigen Impulse setzt und dadurch mehr Menschen mit Behinderung in Arbeit kommen. Denn die aktuelle Arbeitslosenquote bei behinderten Menschen liegt über 10 Prozent. Also schon deutlich schlechter als normalerweise. Deshalb möchte ich es auch aus eigener Erfahrung an dieser Stelle nochmals betonen: Eine Schwerbehinderung sagt nichts, aber auch gar nichts, über die berufliche Leistungsfähigkeit aus. Deshalb ist dies mein ganz persönlicher Weihnachtswunsch an Sie: „Geben Sie Menschen mit Handicap in Ihrem Unternehmen eine Chance und schaffen Sie damit einen Mehrwert für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

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