Weiden
Goldrausch in der Oberpfalz?
Wer sucht, der findet das Edelmetall auch
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| Bei Erbendorf findet man auch heute noch Gold, wenn man die richtigen Stellen kennt. Archivbild: Harald Mohr |
Doch die schlechte Nachricht folgte auf dem Fuße: “…es ist nur fein verteilt.“ Wenn nur das Wörtchen „nur“ nicht wär’. Dann könnte man zum Beispiel an den Galgenbach südlich von Erbendorf gehen und einfach ein Schaf-Fell hineinhängen. So haben sie es früher gemacht, die alten Goldsucher in der Oberpfalz. „Man hat durch Nichtstun sein Gold gehabt“, erklärte der Referent, der sein Geld erheblich aufwendiger, nämlich als freiberuflicher Geologe verdient.
Wenn man sein Fell an der richtigen Stelle platziert hatte, musste man nur zuschauen, wie sich das Fell allmählich golden verfärbte. An der großen Oberfläche des Fells blieben winzige Gold-Flitterchen hängen, die sich auch heute noch an den Stellen des Galgenbachs ansammeln, an denen das Wasser langsam strömt.
Aber man musste auf sein Fell aufpassen. Der Spruch „Er sieht seine Felle davon schwimmen“ mag aus dieser Zeit stammen. Heute gibt es immer noch Gold im Galgenbach. Hobby-Goldsucher und sogar Kinder im Rahmen von Ferienprogrammen sind hier als „Gold-Wäscher“ zu Gange.
Auch wenn die Methode mit den Fellen heute nicht mehr funktioniert: Es ist immer noch so viel Gold da, dass man es aufgrund seines extrem hohen spezifischen Gewichts von 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter mit etwas Übung leicht durch Schwenken der Wasch-Schüssel vom umgebenden Sand trennen kann. Während der Sand sich wegschwemmen lässt, bleibt das Gold einfach in der Schüssel liegen.
Tipp vom Fachmann: „Eine klassische Goldfalle ist hinter Wasserfällen.“ Aber auch Risse, Wirbellöcher und Biegungen sind gute Kandidaten, um mit der Schüssel Sand zu waschen: „Da ist immer Gold mit drin.“
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| Diplomgeologe Dr. Andreas Veit macht Mut: "Es ist gigantisch viel Gold da." Bild: Harald Mohr |
Nur halt sehr, sehr wenig. „Ein Tag Waschen, dann hat man vielleicht drei Körner“, schätzt Dr. Andreas Veit mal ganz grob. Und die Körner sind nicht wirklich groß: „Ein Zehntel Millimeter, wenn man Glück hat ein Millimeter, mit ganz viel Glück vier Millimeter.“ Kein Wunder, dass fast alle Hobby-Goldsucher ihre Gold-Krümelchen lieber daheim in die Vitrine stellen, statt sie an einen Juwelier oder Goldschmied zu verkaufen.
„Reich wird man dabei nicht“, nimmt Dr. Andreas Veit Glücksrittern die Hoffnung. Dennoch könnte die Oberpfalz wieder ein Eldorado (spanisch: „Der Vergoldete“, nach der Sage eines legendären Goldlandes in Südamerika) werden. Entlang der geologischen Störungszone „Fränkische Linie“, die sich von Bayreuth bis in den Bayerischen Wald zieht, liegen gleich vier der „klassischen Goldgebiete“ Deutschlands: neben Erbendorf vor allem Goldkronach bei Bayreuth (wo man das im Jahr 2004 eröffnete Goldbergbau-Museum besuchen kann. Informationen unter www.goldbergbaumuseum.de), aber auch die Gegend südlich von Neualbenreuth und die Region südlich von Vohenstrauß. Dort suchte die Deutsche Rohstoff AG jüngst nach abbauwürdigen Goldvorräten. „Heuer im Frühjahr wird über den Abbau entschieden“, weiß Dr. Andreas Veit.
Dr. Andreas Peterek von der Geschäftsstelle des Geoparks wusste auch über ein „konkurrierendes Projekt“ zu berichten: Sandgruben in der Haidenaabaue gelten demnach als mögliche Goldgruben der Zukunft, wenn man nur alle Sandkörnchen raffiniert genug nach Goldkrümeln absucht. Denn wie gesagt: Gold ist fast überall, man muss es nur effizient anreichern, was die Natur schon seit Äonen von Jahren tut. Als Edelmetall geht Gold nämlich fast keine chemischen Verbindungen ein und ist sozusagen „unkaputtbar“. Deshalb ist es auch Jahrmilliarden nach der Entstehung der Erde immer noch so „frisch“ wie am ersten Tag, während eine Bremsscheibe aus Gusseisen schon Minuten nach der Autowäsche massiv zu Rosten anfängt.
Informationen zu weiteren interessanten Vorträgen auch im Internet unter www.geopark-bayern.de oder bei den Mitveranstaltern www.geozentrum-ktb.de und www.vhs-weiden.de.



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