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Von (mr)  |  02.04.2007  | Netzcode: 10993572  |  171 Mal gelesen.
Weiden

"Sterni" fehlt der Rummel nicht

Michael Sternkopf stand vor der großen Karriere beim FC Bayern - doch es kam anders

Er war einer der ersten Popstars der Fußball-Bundesliga. Lange, blonde Mähne, mit Strähnchen, Brilli im Ohr, ständig braun gebrannt, freches Grinsen. Dort, wo Michael Sternkopf Anfang der 90er Jahre auftauchte, kreischten die Mädchen. Und die richtigen Fußballfans trauten dem Jungen aus dem Badischen eine große Karriere zu - beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft.

Heute hat "Sterni" keine Mähne mehr, mit diesem Image will er nichts mehr zu tun haben. "Ich brauche das alles nicht mehr", sagt er und meint auch den Rummel im Profifußball. Lieber kickt er mit Kumpels aus alten Tagen aus Spaß an der Freud. Wie am Freitagabend mit den FC Bayern Allstars am Weidener Wasserwerk. Die Ex-Profis besiegten die Fanclub-Auswahl aus Floß mit 8:1. "Wir wollen einfach nur ein bisschen Spaß haben beim Fußball", sagt der bald 37-Jährige, "und es ist ja auch für einen guten Zweck." Dass er nicht mehr die große Fußballbühne hat, ist ihm völlig egal. Sein Wechsel 1995 von den Bayern zu Borussia Mönchengladbach war auch eine Flucht, gibt er heute zu. Weniger eine Flucht vom Verein, sondern vom ganzen Drumherum. "Man wird im Prinzip zu so einer wichtigen Person gemacht, für die man sich selbst nicht hält." Der ganze Medienrummel wurde ihm zuviel.

Dennoch ist er den Münchnern innerlich treu geblieben. "Ja ich bin mit vollem Herzen Bayern-Fan. Ich habe durch meine Zeit bei anderen Vereinen gemerkt, dass keiner mit den Bayern mithalten kann." Sternkopf spielte in der Saison 1995/96 für Gladbach, danach eine Spielzeit beim SC Freiburg. Er kehrte wieder für ein Jahr nach Gladbach zurück, danach folgten sechs Jahre Arminia Bielefeld - im Fahrstuhl, mal erste, mal zweite Liga. "Diese Seriosität, diese Kontinuität, dieses Menschliche, das gibt es nur bei den Bayern", schwärmt er. "Die bei den Bayern von Arroganz sprechen, sind nur Neider." Von seinen 210 Bundesligaspielen bestritt er 94 für die Bayern. Insgesamt schoss er 25 Tore (4 für die Münchner).

Es wurde nicht die erwartete, große Karriere. Er kann heute darüber lächeln. Mittlerweile ist Sternkopf Marketingleiter beim Zweitligisten Kickers Offenbach. Bei den Hessen wollte er nach der Bielefelder Zeit noch etwas in der Regionalliga spielen. "Nach zweijähriger Verletzungspause wollte ich dort noch mal angreifen", erzählt der gebürtige Karlsruher. "Dann habe ich mir in der Vorbereitung zwei Rippen gebrochen." Die Zeit in der Reha wollte er sich Ende 2004 nicht mehr antun, er bekam den Marketing-Job hinter dem Schreibtisch. "Dort fühle ich mich pudelwohl."

So oft es geht, will er für die Bayern-Allstars, die es nun seit einem Jahr gibt, auflaufen. "Auch wenn die Luft nicht mehr für 90 Minuten reicht." Das Bayern-Gen hat er immer noch intus. Deshalb traut er seinen Nachfolgern in der laufenden Bundesliga-Saison auch noch einiges zu: "Solange theoretisch noch etwas möglich ist, würde ich immer auf die Bayern wetten."

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