Regensburg
Sklaverei in Europa
Frauen aus Osteuropa als Opfer von Menschenhändlern
Wie Sklaven gehalten, sexuell oder in ihrer Arbeitskraft ausgebeutet, jeder Würde beraubt: Frauen als Opfer von Menschenhändlern. Rund 500 000 Frauen und Mädchen aus Osteuropa sind es im Jahr nach Schätzungen der Vereinten Nationen. In Deutschland geht man von jährlich rund 200 000 Zwangsprostituierten aus.Als böses "Spiel ohne Grenzen" thematisierte diese Situation eine Fachtagung der Hanns Seidel Stiftung, des Aktionsbündnisses gegen Frauenhandel und der kirchlichen Organisation Renovabis in Regensburg. Im Kampf gegen den Frauenhandel setzt Bayern laut Europaministerin Emilia Müller auf einen komplexen Maßnahmenkatalog: Prävention, Opferschutz, Strafverfolgung und regionale, sowie internationale Koordination.
Rückgängig machen will Bayern die Strafmilderungen durch das 2001 unter der rot-grünen Bundesregierung geschaffene Prostitutionsgesetz. "Es ist inakzeptabel, dass davon Zuhälter und Bordellbetreiber profitieren, weil die Möglichkeiten für Durchsuchungsbeschlüsse im Rotlichtmilieu eingeschränkt werden", sagte die Oberpfälzer Ministerin.
Wegnahme des Passes
In diese Kerbe schlug auch der Beitrag der Kriminaldirektorin Heike Rudat, der Frauenpolitischen Sprecherin des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Rudat rückte einige Verallgemeinerungen zurecht. Zum einen sei Menschenhandel nicht auf sexuelle Ausbeutung und auf Frauen beschränkt. Zum anderen sei nicht jede Frau, die als Prostituierte nach Deutschland gebracht werde, zur Prostitution gezwungen.
Der Trend gehe vielmehr dahin, Prostituierte aus Osteuropa nach Deutschland zu locken und dann "die Arbeitsbedingungen zu ändern": Der Pass wird weggenommen, die Freiheit beschränkt, statt 50 nur noch zehn Prozent der Einnahmen ausbezahlt - und dies als Abzahlung für das Einschleusen.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.



















































































