München/Amberg
Alarm aus den FH-Bibliotheken
Bücherbestand veraltet aufgrund des technischen Fortschritts zusehend - Mehr Studenten, weniger Geld
München/Amberg. Die Leiter der Fachhochschulbibliotheken in Bayern schlagen Alarm. "Wenn sich nichts Grundlegendes an der Finanzierung und der Personalausstattung ändert, wissen wir nicht, wie wir den Bibiotheksbetrieb aufrecht erhalten können", erklärte die Sprecherin der FH-Bibliotheken, Doris Schneider, im Rahmen einer SPD-Pressekonferenz im Landtag.
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| Bitte Ruhe? Ganz im Gegenteil: In den FH-Bibliotheken - hier in Amberg - brennt's. (Archivbild: Hartl) |
"Weil wir oft die einzige wissenschaftliche Bibliothek in unserer Standortregion sind, zählen Mittelständler, Ingenieurbüros und Handwerksbetriebe zu den regelmäßigen Nutzern", so Schneider. Im Durchschnitt sei die Zahl der Nutzer deshalb um rund ein Drittel höher als die der eingeschriebenen Studenten. Vielerorts platzten die Bibliotheksräume bereits aus allen Nähten.
Wie angespannt die Lage ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Aus der Antwort von Wissenschaftsminister Thomas Goppel auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Christoph Rabenstein geht hervor, dass es an den Fachhochschulen von 1998 bis 2005 zwar per Saldo einen Zuwachs um zwei Stellen in ganz Bayern gegeben hat, die Studierendenzahl erhöhte sich aber gleichzeitig um 30 Prozent.
100 000 Euro weniger
Die Mittelzuweisungen für den Bücherkauf sanken um rund ein Viertel. Beispiel FH Amberg-Weiden: Dort stieg die Zahl der Bibliotheksstellen von 1998 bis 2005 von vier auf fünf, die Zahl der Studierenden verdreifachte sich in diesem Zeitraum aber von 675 auf fast 1900. Dafür sanken die staatlichen Zuweisungen für den Bücherkauf kontinuierlich von 250 000 auf nur noch 150 000 Euro. Lediglich in den Jahren 2002 und 2003 gab es dank Sondermitteln deutlich mehr Geld.
Für Schneider ist klar, dass die FH-Bibliotheken in den kommenden Jahren "personell, finanziell und räumlich so ausgestattet werden, dass sie auch mit steigenden Studierendenzahlen ihre Aufgaben als Informationszentrum der Hochschule erfüllen und innovative Dienstleister für Lehre, Studium und Forschung sein können". Konkret bedeutet dies einen Aufschlag um 2,9 Millionen Euro pro Jahr durch den Freistaat.
Die neuen Studiengebühren allein könnten die vorhandenen Defizite nicht ausgleichen, so Schneider. Außerdem seien sie eingeführt worden, um zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen, und nicht um bestehende Mängel zu beseitigen.
"Besorgniserregend"
Wegen der ähnlich angespannten Situation an den Universitäten sprach der SPD-Hochschulpoltiker Christoph Rabenstein von einer "besorgniserregenden Einwicklung" an den Hochschulbibliotheken. "Um international konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir überall in Bayern für die Studenten optimale Bedingungen", so Rabenstein. Mit ihren Kürzungen nehme die Staatsregierung dagegen die Gefährdung des Wissenschaftsstandorts Bayern in Kauf.








































































