Weiden
Mit Sprachkenntnissen punkten
Volkshochschule bringt Broschüre "Qualifikation mit System" heraus - 7000 Exemplare
Weiden. (tos) Der klassische Englischkurs reicht nicht mehr. Denn immer mehr Firmen wollen einen international vergleichbaren Nachweis der sprachlichen Fähigkeiten durch ein Zertifikat. Die Volkshochschule Weiden-Neustadt (VHS) macht daher auf ihr breites Angebot mit einer Broschüre aufmerksam, die die VHS-Ansprechpartner Hans Hammer und Harald Krämer am Freitag der Öffentlichkeit präsentierten.
Kompakt mit allen in Europa einheitlichen Prüfungsterminen und anfallenden Kosten fasst die neue Broschüre "Qualifikation mit System" erstmals alle in der Max-Reger-Stadt angebotenen Zertifikatsysteme zusammen.Am heutigen Montag wird sie nun in einer Auflage von 7000 Exemplaren an Bildungseinrichtungen, Behörden und weitere Partner verteilt. "Es sind Zusatzqualifikationen, die heute eine immer größere Rolle spielen", betonte MdL Georg Stahl, der die Patenschaft der Aktion übernommen hat. Das Angebot umfasst weltweit anerkannte Zertifikate in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch. Dazu kann man mit Wirtschaftsspanisch und -deutsch sowie einer breiten Palette von elf Sprachen im Paket der Europäischen Sprachenzertifikate (WBT) weitere Nachweise erwerben.
Guter Ruf
Zwar fehle letzterem, von den deutschen Volkshochschulen aufgelegten System die internationale Vergleichbarkeit etwa eines Cambridge-Diploms. Dennoch werde das WBT in Europa anerkannt und geschätzt, erzählte Krämer. "Auch Regensburg kann kein derartiges Angebot bieten, und wir können uns mit München oder Nürnberg messen", erklärte der Sprachenbereichsleiter. Georg Stahl, der sich selbst im zweiten Bildungsweg über die Volkshochschule weiterbildete, hob den guten Ruf hervor, den sich die VHS Weiden bayernweit erworben habe.
Neben Partnern wie Universitäten, Fachhochschulen und Firmen, die diese in interdisziplinäre Weiterbildungsmaßnahmen einbinden, würden sich auch die Schulen zunehmend öffnen, berichtete Krämer. "Weiden ist vom Bildungsangebot her keineswegs strukturschwach", bekräftigte auch der Leiter der beruflichen Weiterbildung, Hans Hammer. 600 Zertifikatsprüflinge im vergangenen Jahr, eine prognostizierte Steigerung um 20 Prozent für 2007 und eine geringe Durchfallquote sprächen eine deutliche Sprache.
"Stigma" als Chance
Doch wie sieht es auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit den Sprachen unserer östlichen Nachbarn aus? Bei Russisch, das man aktuell immerhin als WBT-Zertifikat in seine persönliche Qualifikation einbringen kann, sei man derzeit mit einer Universität in St. Petersburg wegen einer international standardisierten Lizenz im Gespräch, erläuterte Krämer. Neben dem Erlernen kann man dann laut Krämer und Hammer auch "ein Stigma in eine Chance verwandeln": "Wir haben hier eine ganze Generation junger Leute, die Russisch zu Hause gelernt, aber dies natürlich nicht als Zertifikat festgeschrieben haben."
Anders sei die Situation bei Tschechisch. Krämer: "Es gibt noch nicht die große Nachfrage, und mit der bislang nur möglichen B1-Prüfung ist das Einstiegsniveau zu hoch." Zu viele Interessenten würden den Mut verlieren. Die VHS kämpfe daher um das Angebot eines A1- oder A2-"Anfänger"-Zertifikats. "Wir wollen das in Zukunft forcieren", versprach Krämer.
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