Amberg
"Grausamkeiten" tun weh
Klinikum muss Mehrausgaben von 2,5 Millionen Euro verkraften
Amberg. (kan) Wilhelm Daller offenbarte eine gewisse Ratlosigkeit: "Wir wissen bis heute noch nicht, wie wir diesen Brocken wegräumen sollen." Die Gesundheitsreform, der Tarifabschluss für Ärzte und die Mehrwertsteuer-Erhöhung legen den Verantwortlichen des Klinikums nach den Worten seines Vorstandes eine Millionenlast auf die Schultern.
"Die Situation ist bedrohlich, es schaut wirklich schlimm aus", führte Daller dem Verwaltungsrat am Mittwoch vor Augen. Unterm Strich kämen auf das Amberger Krankenhaus im nächsten Jahr Mehrausgaben von über 2,5 Millionen Euro zu, "die wir auch mit zusätzlichen Einnahmen nicht refinanzieren können".Die Gesundheitsreform, klagte Daller, beinhalte für die Kliniken zahlreiche "Grausamkeiten". So würden von jeder Krankenhausrechnung pauschal 0,7 Prozent abgezogen, ehe sie von den Krankenkassen bezahlt wird. Für Amberg bedeute dieser im Gesetz verankerte "Sanierungsbeitrag" der Krankenhäuser in 2007 eine Budgetkürzung von mehr als 500 000 Euro. Die Beibehaltung der Anschubfinanzierung für Integrationsversorgung beschere eine Zusatzbelastung von 550 000 Euro. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung von 16 auf 19 Prozent, so Daller, "bleibt zu 100 Prozent bei uns hängen". Dadurch entstünden weitere Kosten von 460 000 Euro.
Die Tariferhöhung bei den Ärzten zeige ebenfalls Wirkung: Sie rufe Mehrkosten von 1,1 Millionen Euro hervor. Zahlen, die der Verwaltungsrat schweigend zur Kenntnis nahm.
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