Weiden
Rechten den Kampf angesagt
Oberpfälzer Jusos wollen Jugendliche über Verführungstricks der Neonazis aufklären
Sie werden den Rechtsextremen der Region das Leben schwer machen. Bei der Veranstaltung am Samstagabend im Stadtkrug präsentierten sich die Jusos der Oberpfalz topinformiert und kämpferisch. Juso-Vorsitzende und Stadträtin Hildegard Burger, Stadtjugendpfleger Ewald Zenger, der Juso-Vorsitzende des Unterbezirks Regensburg Thomas Witzgall und zahlreiche Teilnehmer kennen "Ross und Reiter" aus der hiesigen Neonazi-Szene genau.Sie haben bereits Konzepte entwickelt und praktiziert, diese Leute erfolgreich zu bekämpfen. So sei ein Aktivist aus dem Regensburger Raum durch einen lokalen TV-Bericht über seine Umtriebe öffentlich entlarvt und damit hart getroffen worden. Hildegard Burger sprach von einem "Trend, wonach Rechtsextreme durch Organisation von unauffälligen Angeboten und von Festen salonfähig werden wollen". Ewald Zenger informierte über Erkennungsmerkmale der Rechtsextremen. Zahlen (88 = Heil Hitler) und Firmennamen für "Nazi-Klamotten" (CONSDAPLE - enthält die Buchstabenfolge NSDAP) würden als verschlüsselte Codes gebraucht.
Zentren Cham und Roding
"Die weißen Wölfe sind offenbar reisefaul", sagte Thomas Witzgall. "Wenn in Cham oder Roding Demos laufen, stehen schon mal 80 bis 90 Neonazis auf der Straße. Bei entsprechenden Veranstaltungen in Regensburg bringen sie's vielleicht auf fünf bis zehn Leute". Die Kameradschaft Niederbayern/Oberpfalz sei zerschlagen, berichtete der Juso-Vorsitzende. In Regensburg gebe es die Kameradschaft "Asgard Ratisbona". Deren Gründer, NPD-Kreisvorsitzendem Willy Wiener, sei es gelungen, "unstrukturierte Jugendliche der rechten Szene" darin zu integrieren. Witzgall nannte auch einen Vertreter der Rechtsextremen im Weidener Raum namentlich: Patrick Schröder sei unter anderem durch Störung von Veranstaltungen aufgefallen.
Zur Zeit liege ein Schwerpunkt der Rechtsextremen auf Werbung durch Anti-Globalisierungskampagnen oder das Verteilen von kostenlosen Musik-CDs mit rechtsradikalem Inhalt an Jugendliche. Witzgall führte ein krasses Beispiel aus dem Musikbereich an. So habe man das Lied von Udo Jürgens "Mit 66 Jahren..." umformuliert zu "Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an...".
Aktivisten und Sympathisanten ortete der Referent auch im akademischen Milieu. So gebe es in Regensburg einen "angesehenen Anwalt", der "Kriegsverbrecher, Attentäter und nazistische Organisationen verteidigt". "Der tut das als überzeugter Sympathisant", ergänzte ein Teilnehmer.
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