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Von Peter Klewitz  |  28.09.2006  | Netzcode: 10927852  |  683 Mal gelesen.
Regensburg

Samba-Klänge gegen "braune Pest"

3000 demonstrieren in Regensburg gegen Rechtsextremismus - Schaidinger fordert NPD-Verbot

Regensburg. Der Regen hielt sie nicht ab. Unter Samba-Trommelklang und einem Dach von Schirmen marschierten gestern Abend etwa 3000 Menschen in Regensburg durch die Stadt. "Rote Karte für Rechtsaußen" stand auf dem Plakat ganz vorn. Durchgestrichene Hakenkreuze und klare verbale Absagen an die NPD und andere Rechtsparteien prangten auf Transparenten.

Demo
Protest gegen die Umtriebe der Rechtsextremen.
Lange angekündigt, machte die Bezirkshauptstadt der Oberpfalz gestern mobil gegen den Neofaschismus - quer durch ihre Behörden, Kirchen, Parteien, Unternehmen und Vereine. Rund 3000 friedliche Demonstranten zogen mit Plakaten und Transparenten vom Hauptbahnhof, wo sie sich ab 16 Uhr gesammelt hatten, in einer großen Schleife über die Altstadt zum Haidplatz. Eine Samba-Band spielte vorneweg, ab und zu skandierten vorwiegend Schüler und Jugendliche Parolen gegen die "braune Pest". Am Haidplatz erwartete den Zug, unfallbedingt immer noch auf Krücken, ein kämpferischer Oberbürgermeister Hans Schaidinger. "Ein Verbot der NPD ist immer noch angebracht", tat das Stadtoberhaupt den Bürgern kund. Das Bundesverfassungsgericht jedoch habe die Verbotshürde sehr hoch gelegt. "Deshalb muss für uns alle gelten: Solange die NPD nicht verboten ist, müssen wir sie widerlegen."

"Unsägliche Parolen"



Das tat Schaidinger mit Beispielen aus dem Programm der NPD. Diese fordere zwar eine Kinderbetreuung, aber nur für das deutsche Volk und eine "reine Kultur". Wörtlich fordere sie die Einführung getrennter Schulklassen von Deutschen und Ausländern, solange die von der NPD geplante Ausländerrückführung noch nicht abgeschlossen sei. "Bei solchen unsäglichen Parolen denke ich an den Satz: ,An der Sprache werdet ihr sie erkennen'", sagte der Oberbürgermeister und appellierte an die Demonstranten: "Gemeinsam bringen wir hier und heute unsere Haltung für Demokratie, Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte zum Ausdruck."

Wachsamkeit gefordert



Das Engagement brauche aber langen Atem und dürfe nicht mit der Kundgebung enden. Wachsamkeit sei das Gebot der Stunde. Eine amüsante Situation ergab sich zu Beginn der Demonstration. DGB-Kreisvorsitzender Willi Dürr wollte mit zwei Stangen, an denen später das Kopfplakat der Veranstaltung befestigt wurde, zur Spitze der Menge vordringen. Polizisten hinderten ihn daran, weil sie einen Gegendemonstranten vermuteten. Erst die Fürsprache von Bürgermeister Gerhard Weber klärte die Sachlage.


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