Wurz
Vom Schatten ins Licht
Rodin Quartett zu Gast bei den Wurzer Sommerkonzerten
. und am Ende ward alles gut. Was mit dunklen Regenwolken begann, endete unterm blauen Abendhimmel mit einem entspannt aufspielenden Rodin-Quartett. Ein nicht nur wetterbedingtes per aspera ad astra - vom Schatten ins Licht. So der Eindruck vom zweiten Wurzer Sommerkonzert in dieser Saison, bei dem das Rodin-Quartett zu Gast war. Eigentlich stand auch Eduard Brunner, namhafter Klarinettist und langjähriger Musizierpartner des Rodin-Quartetts auf dem Programm und natürlich war ein musikalischer Sommerabend im Freien geplant.Eigentlich, wenn da nicht sintflutartige Regengüsse und die plötzliche Erkrankung von Eduard Brunner gewesen wäre. Es gab eine Zeit, da hat man die Überbringer schlechter Nachrichten geköpft. Veranstalterin Rita Kielhorn trägt ihren Kopf noch munter zwischen den Schultern. Denn die anfängliche Enttäuschung schlug schnell um in freudige Erwartung, als sie verkündete, dass Günther Forstmeier, erster Klarinettist der Bamberger Symphoniker, den Bläserpart übernehmen wird. Und an die Enge im Pferdestall war man spätestens seit dem letzten Jahr gewohnt .
Doch das Rodin-Quartett brauchte seine Zeit, bis seine viel gepriesenen Tugenden "makellose Technik und leidenschaftliches Spiel" zum Vorschein kamen. Noch recht verhalten, Mozarts "Dissonanzenquartett" C-Dur. Nicht frei von technischen Unachtsamkeiten, das Spiel von Primaria Sonja Korkeala. Das Blatt wendete sich, als Günther Forstmeier hinzukam. Bei Anton Reichas Klarinettenquintett blitzten plötzlich die Qualitäten der Rodins auf: Warmer, homogener Streicherklang, in den sich der schlank elegante Klarinettenton Forstmeiers harmonisch einfügte. Hörgenuss von Anfang an, das Spiel von Clemens Weigel, der seinen Cellopart stets bis ins kleinste Detail durchleuchtete, kleinsten Phrasen Leben einhauchte und genussvoll ausmusizierte.
Nach der Pause wechselte man ins Freie, und spätestens ab da wusste das Rodin-Quartett vollends zu überzeugen. Unterm blauen Abendhimmel gab man Mozarts Klarinettenquintett A-Dur. Homogen atmend, klanglich fein ausbalanciert im feinfühligen Miteinander. Und als Forstmeier im bekannten Larghetto-Satz schwerelos die weiten Melodiebögen über den gedämpften Streicherteppich ausbreitete, da erlag jeder Mozarts Klangzauber und genoss in vollen Zügen die unverwechselbare Atmosphäre im Wurzer Pfarrgarten. Frisch und lebendig die Final-Variationen, mit denen die Rodins noch einmal die Schönheit und Luzidität von Mozarts Musik offenbarten. Ende gut, alles gut.
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