Püchersreuth/Wurz
"Wenn die sanften Abendlüfte wehen ..."
Die 19. Sommerkonzerte in Wurz starten mit Kostbarkeiten aus vier Mozart-Opern
Das erste von drei Konzerten am Eröffnungswochenende des 19. Wurzer Sommers führte mit Bläserklängen durch beliebte Mozart-Opern und startete mit Harmoniemusik (früher wegen der Bläser auch "Luftmusik" genannt) "Von der Entführung bis zur Zauberflöte" in das Konzertmotto "Mit Mozart durch den Sommer" zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus.Vor zweihundert Jahren waren die CD- und MP3-Player-losen Musikfreunde noch "wahnsinnig vor Glück", in kleiner Besetzung bei Harmoniemusik die Leckerbissen ganzer Opern genießen zu können. Gastgeberin Dr. Rita Kielhorn empfahl ihren vierhundert Gästen: "Werden Sie heute nicht wahnsinnig, sondern gehen Sie etwas glücklicher nach Hause, als Sie es waren, bevor Sie gekommen sind." Beste Erinnerungen besitzen Wurzer Musikfreunde, wenn sie sich an das Gastkonzert der acht exzellenten Münchner Bläser samt Kontrabassist Yasuhide Hirose vom Gärtnerplatztheater vor zwei Jahren erinnern.
Doch damals war das beste Stück des seit zehn Jahren bestehenden Ensembles, der Schauspieler Fritz Graas, aus Terminnot nicht dabei gewesen. Und wie schade das gewesen war, erlebte man nun.
Fritz Graas beherrschte die Szenerie durch ein reiches Opern- und Hintergrundwissen, schilderte die Mozart umgebende Zeitgeschichte straff und prägnant, schilderte pointiert dessen Textdichter und Interpreten, wie da Ponte und Schikaneder, und stellte mit viel Humor und Augenzwinkern auch immer wieder gelungene lokalen Bezüge her.
Das "Figaro"-Zitat "Wenn die sanften Abendlüfte wehen ..." passte doch nur zu gut zum "Wurzer Sommer" im alten Pfarrgarten. Und als "König der Nacht von Wurz" betitelte Graas nicht ganz unrichtig der hervorragenden ersten Oboisten Georgy Kobulashvili, der "nicht der Hölle Rache kochte", sondern sich (verstärkt durch Slav Slavcev) mit seinem ebenbürtigen Gegenspieler, dem ersten Klarinettisten Rolf Weber mit Rupert Funkhauser, virtuos die Melodien hin und her warf. Für die "orchestrale" Begleitung waren die Hornisten Thiemo Besch und Martin Kunzendorf (der Leiter des Ensembles) und die Fagottisten Thomas Schebler und Manfred Hartenstein samt dem Kontrabassisten zuständig. Angefangen von der "Entführung aus dem Serail" über "Don Giovanni", der "Hochzeit des Figaro" und der "Zauberflöte" erklangen die berühmtesten Arien im kantablen Instrumententon und transportierten eine Prise der Mozart-Festspielstadt Salzburg herbei.
In Tenorlage war "Wenn der Freude Tränen fließen" zu hören, bei der über Kreuz die 1. Oboe von der 2. Klarinette und die 1. Klarinette von der 2. Oboe begleitet wurde, oder die Bass-Arie des Osmin sowie die Koloratursopran-Herausforderung der "Königin der Nacht" aus Mozarts letzter und bekanntester Oper.
Mit eleganter Anmut wurde "Reich mir die Hand, mein Leben" gegeben, spritzig schäumte über 59 Sekunden die Champagner-Arie auf, bevor der Vogelfänger Papageno mit tänzerischem Spielwitz dem Ohr schmeichelten. Zwei herrlich swingende Zugaben in modernen Harmonien rundeten den Abend ab: Auszüge aus Gershwins Oper "Porgy and Bess" und das Stück "Happy Hours", für das einzigartige Nonett maßgeschneidert.
Heute
Gestern





