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Von (rg)  |  11.05.2006  | Netzcode: 10875683  |  190 Mal gelesen.
Weiden

Ein Stück vom Kuchen

Warnstreik bei Telekom: Für sechs Prozent mehr Lohn

Grafiken landen via Laptop und Beamer auf der Leinwand, Richard Hohl referiert dazu in ein schnurloses Mikrofon: Wenn T-Com-Beschäftigte auf das gute alte Recht des Streiks zurückgreifen, dann immerhin mit modernen Mitteln. Hohl, Sprecher des verdi-Bezirksfachbereichs Telekommunikation, macht aus seiner schicken Präsentation im Postkellersaal eine Gruselshow - indem er die Vorhaben der Arbeitgeber stichpunktartig auf die Leinwand projiziert. "Kürzere Bildschirmpausen", "finanzielle Beteiligung der Arbeitnehmer bei der Qualifizierung", und und und. "Ein Horrorkatalog."

Rund 100 der 400 Weidener Telekom-Mitarbeiter erscheinen am Mittwochvormittag für vier Stunden nicht am Arbeitsplatz, sondern im Streiklokal: Tarifkräfte, Auszubildende und solidarische Beamte, die sich frei genommen haben. Entrüstung allenthalben. "Trotz Milliardengewinnen und höchster Dividende in der Unternehmensgeschichte", so Hohl, wolle der Konzern jeden vierten Arbeitsplatz streichen. Die geplante Aufstockung des Call-Centers in der Max-Reger-Stadt sei ein Wirklichkeit keine - "sondern nur eine Stellenverlagerung von Hof und Bayreuth".

Eine Entwicklung, die zu "weniger Chancen für junge Menschen" führe, wie verdi-Geschäftsführer Manfred Haberzeth verdeutlicht. Landesfachbereichs-Vorsitzender Erich Leitner fordert eine Beteiligung der Mitarbeiter am Gewinn. In der Tarifrunde gelte fürs Einkommen folgender Reim: "Sechs Prozent mehr sind mehr als fair." Haberzeth erinnert die Telekom an ihre Verpflichtung der Region gegenüber. "Beim Fernmeldeamt gab es früher über 140 Ausbildungsplätze. Die Zahl ist auf unter 40 geschrumpft." Moderne Zeiten.


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