Niederpöcking
Heimat ist stets das Verlorene
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin Monika Gräfin Czernin - Teil XI
Als freie Autorin, Zeitungs- und Fernsehjournalistin lebt Monika Gräfin Czernin, die 1965 in Klagenfurt geboren wurde, seit 1996 in München. Zu ihren Werken gehören "Jeden Augenblick ein Staunen" (1999), "Picassos Friseur. Geschichte einer Freundschaft" (2001), sowie der Bild-und Textband "Duino, Rilke und die Duineser Elegien" (2004). Monika Gräfin Czernin nimmt mit "Ich habe zu kurz gelebt. Die Geschichte der Nora Gräfin Kinsky" an der ersten Kollektivlesung (12. Mai, 20 Uhr, Kulturzentrum "Hans Bauer"), sowie an der Literarischen Talkrunde (13. Mai, 10.30 Uhr im Medienhaus "Der neue Tag") teil.
Heimat ist das Gegenteil von Fremde, das Museum unserer Kindheit, der Fluchtpunkt der Erinnerung. Welche Assoziationen fallen Ihnen zu "Heimat" spontan ein? Gräfin Czernin: Heimat ist stets das Verlorene, die verlorene Kindheit, das Land der Väter, das Zuhause von gestern, die Kinderfotos, die Gassen einer Stadt, die ich vor Jahren entlanggelaufen bin, die Augen eines Menschen, der mir einmal vertraut gewesen ist.
Für den Philosophen Ernst Bloch war die Heimat die Zielsetzung allen Hoffens", niemals ein Ort, sondern ein Prozess. Für Hilde Domin war das Meer die Heimat, für Herbert Achternbusch ist sie das Ewige, Lautlose ... und für Sie? Gräfin Czernin: Heimat ist für mich aber auch dort, wo ich bei mir selbst sein kann. Deshalb fühle ich mich wahrscheinlich auf Reisen so zu Hause - so daheim. Im Jadebuddha-Tempel von Shanghai, beim Wandern in den Alpen, in der transsibirischen Eisenbahn oder im ostafrikanischen Busch und in den Gassen von Stone-Town auf Sansibar. Heimat ist auch das Gefühl am ersten warmen Frühlingstag, der Anblick von Blumen, die ich gepflanzt habe und jedes Wort, jeder Blick meiner Tochter.
Wo liegt nun Ihre persönliche Heimat? Und welche Rolle spielt Heimat in Ihrem schriftstellerischen Werk? Gräfin Czernin: Und trotzdem suche ich auch immer meine persönliche, meine biographische Heimat. Geboren und aufgewachsen bin ich in Kärnten, meine Familie stammt jedoch väterlicherseits aus Böhmen und mütterlicherseits aus Bayern. Die Czernins sind eine uralte böhmische Adelsfamilie, die Familie meiner Mutter war klassisches Münchner Bürgertum. Erwachsen geworden bin ich beim Studium in Wien und bei der samtenen Revolution in Prag. Alles dies sind Orte und geographische Bezüge, die ich in meinen Büchern und Dokumentafilmen immer wieder umkreise, denn ohne die Vergangenheit zu kennen, kann man die Zukunft nicht verstehen. Und ohne die biographische Heimat zu kennen, kann man vielleicht sich selbst nicht verstehen.
Woran arbeiten Sie gerade? Gräfin Czernin: Zur Zeit arbeite ich an meinem neuen Buch, der Geschichte der ersten deutschen Kolonialschriftstellerin. Und komischerweise hat diese Geschichte auch wieder etwas mit Heimat zu tun. So wie viele andere Deutsche damals wurde dieser Frieda von Bülow Tansania, damals Deutsch-Ostafrika, und dort vor allem ihre Farm Tanga zur Heimat. Ganz explizit sagt sie das, und als sie Ostafrika verlassen und zurück nach Deutschland gehen muss, hat sie das Gefühl, ihre Heimat zu verlieren. Eigenartig, und doch kann ich dieses Heimatgefühl nachvollziehen - siehe meine Antwort zu Frage zwei.
Sind Ihnen die Literaturtage ein Begriff? Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Weiden? Gräfin Czernin: Ich habe schon einiges von den Weidener Literaturtagen gehört und freue mich schon sehr, daran teilnehmen zu dürfen.
Weitere Informationen:
www.weidener-literaturtage.de
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Berlin
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin Ulrike Draesner - Teil XII
Ulrike Draesner lebt als geborene Münchnerin in Berlin. Nach dem Studium von Germanistik, Anglistik und Philosophie in München und Oxford arbeitet sie vier Jahre als wissenschaftliche Assitentin an der Universität München. Sie ist seit 1994 freie Autorin.
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Salzburg
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: der Autor Jochen Jung - Teil X
Jochen Jung, geboren 1942 in Frankfurt am Main, aufgewachsen in Eckernförde an der Ostsee, lebt in Salzburg. Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Zürich, Berlin und München. Von 1975 bis 2000 war er zuerst Lektor und dann viele Jahre Leiter des Residenz Verlags in Salzburg.
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Verden
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: der Schriftsteller Artur Becker - Teil IX
Artur Becker, 1968 geboren als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze, auch als Übersetzer tätig. Im dtv Verlag erschien 2006 sein viel beachtetes Buch "Die Zeit der Stinte". Eine Novelle von spröder Schönheit über zwei Menschen im Spannungsfeld von deutscher und polnischer Geschichte.
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Leipzig
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin Susanne Heinrich - Teil VIII
Die 21 Jahre junge Autorin Susanne Heinrich ist gebürtige Leipzigerin und studierte in ihrer Heimatstadt am Deutschen Literaturinstitut. Wenn sie nicht gerade schreibt, tritt sie als Sängerin einer Band und in einem Chanson-Programm auf. Susanne Heinrich erhielt etliche Stipendien und Auszeichnungen, darunter den Limburg-Preis für literarische Prosa 2003.
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München
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: der Schriftsteller Friedrich Ani - Teil VII
Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er arbeitete als Kulturjournalist, Polizeireporter und Drehbuchautor für die Fernsehserien "Tatort", "Ein Fall für zwei" und "Faust". Heute lebt er als Schriftsteller in München. Er schreibt Romane, Erzählungen und Drehbücher und erhielt mehrere Stipendien und Preise. Bei den 22. Weidener Literaturtagen eröffnet er am 12. Mai (20 Uhr) die erste Kollektivlesung im Kulturzentrum Hans Bauer.
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Wien
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin Sabine Gruber - Teil VI
In Meran wurde Sabine Gruber im Jahr 1963 geboren. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Innsbruck und Wien. Von Sabine Gruber erschienen 1996 der Roman "Aushäusige" und
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Tübingen
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Schriftstellerin Sandra Hoffmann - Teil V
Nach einer Ausbildung als Jugend- und Heimerzieherin und Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie studiert Sandra Hoffmann Literaturwissenschaft, Mediävistik und Italianistik. Gleichzeitig arbeitet sie am Lehrstuhl für Komparatistik der Universität Tübingen und für die Tübinger Poetikdozentur.
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Weiden
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: der Schriftsteller Uwe Tellkamp - Teil IV
1968 in Dresden geboren, studierte Uwe Tellkamp in Leipzig, New York und Dresden Medizin und arbeitete als Arzt an einer unfallchirurgischen Klinik. 2000 erschien sein Debütroman "Der Hecht, die
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Berlin/Kiew
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin und Künstlerin Julia Kissina - Teil III
Julia Kissina wurde 1966 in Kiew geboren und lebt seit 1990 in München, Frankfurt/Main und Berlin. Die Foto- und Performancekünstlerin studierte an der Kunstakademie München. Sie war in Einzel- und
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Weiden
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin und Regisseurin Christiane Neudecker - Teil II
Christiane Neudecker, geboren 1974 in Erlangen, ist Regisseurin beim Berliner Künstlernetzwerk phase7 performing.arts. Für ihre Erzählungen wurde sie mit mehreren Fränkischen Literaturpreisen
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Berlin/Shanghai
Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die chinesische Autorin Luo Lingyuan - Teil I
Seit sechzehn Jahren lebt die 1963 in der Volksrepublik China geborene Luo Lingyuan in Berlin. Die studierte Computerwissenschaftlerin, Journalistin und Übersetzerin wurde mit zahlreichen deutschen Literatur-Stipendien ausgezeichnet. Luo Lingyuan nimmt an der zweiten Lesung der Literaturtage am 13. Mai (20 Uhr) in der Regionalbibliothek teil und liest aus ihrem neuen dtv-Erzählband "Du fliegst für meinen Sohn aus dem fünften Stock!"
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