Weiden
Zuschuss aus Kulturfonds "rechtfertigbar"
MdL Spaenle macht "Bayerisch-Böhmischen" Hoffnung - Auch Kunstverein besucht: Gespräch mit Herzer
Die Zeiten, in denen Landespolitiker mit der Gieskanne in die Provinz gekommen sind und den Boden mit Zuwendungen besprengt haben, gehören der Vergangenheit an. Der Vorsitzende des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag, Dr. Ludwig Spaenle (CSU), gab zwar Tipps, aber Geld hatte er keines dabei.Dies musste auch Karin Holl hinnehmen. Die Organisatorin der seit nunmehr 16 Jahren erfolgreichen "Bayerisch-Böhmische Kulturtage" wollte den Politiker anzapfen, wurde aber auf den Kulturfonds des Freistaats verwiesen. Ob der löchrig sein werde, wollte Spaenle aber nicht versprechen. "Die Regelförderung ist sehr eingeengt", sagte er mit Hinweis auf den ausgeglichenen Haushalt im Freistaat. Der "Fluch der guten Tat" sei dies.
MdL Georg Stahl ermunterte Karin Holl, eine Projektbeschreibung anzufertigen, die er dann bei den zuständigen Stellen einreichen werde. Gerhard Bihler unterstrich den Stellenwert der Kulturtage, die ins Leben gerufen worden seien, um die Kontakte auf beiden Seiten der Grenzen zu forcieren. "Das deutsch-tschechische Verhältnis muss noch viel mehr ausgebaut werden." Als Vorsitzender des Oberpfälzer Kunstvereins verwies er vor allem auf die künstlerischen Mittel. Im kommenden Jahr würden Kunstvereine aus beiden Staaten gegenseitig ausstellen. Dies koste Geld, weil Busse eingesetzt werden müssten, unterstrich Karin Holl. "Die tschechische Seite fordert uns immer auf, Politiker mitzubringen. Die schätzen das sehr."
Ein Zuschuss aus dem Kulturfonds sei durchaus "rechtfertigbar", meinte Spaenle, mit Hinblick auf die Einzigartigkeit und den ökonomischen Nutzen des Projekts. Beeindruckt zeigte sich der Gast aus München von der Regionalbibliothek. Leiterin Sabine Guhl betonte die Brückenkopffunktion des Hauses. Immerhin arbeite man eng mit den Schulen und der Fachhochschule zusammen. "Es gibt niemanden, der in Weiden eine Diplom- oder Facharbeit schreibt und sich nicht in der Regionalbibliothek informiert." "Dann ist ja das Geld gut angelegt", erwiderte Spaenle.
Anschließend suchte der Gast den Informationsaustausch mit dem Kunstverein Weiden, der von Gabriele Hammer geleitet wird. Wolfgang Herzer, von 1993 bis 2005 Vorsitzender, erläuterte das Konzept des Vereins. "Er sieht sich als Instrument, das Ost und West zusammen bringt." In der Provinz sei es nun einmal schwierig, Gegenwartskunst zu verkaufen. "Wir helfen jungen Künstlern und sehen uns als Brückenbauer zwischen Tschechien und der Oberpfalz." Dem Verein gehe es vor allem darum, eine Struktur zu entwickeln, wo junge Künstler ausstellen könnten. Die Zusammenarbeit mit den Leistungskursen in Schulen sei zwar gegeben, könnte aber intensiviert werden.
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