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Von (rg)  |  15.04.2006  | Netzcode: 10866779  |  450 Mal gelesen.
Weiden

Freche Werbung an Bank-Fassade

Fotomontage im Internet bringt "geilste Oster-Party" zur Volksbank - Direktor Ludwig sauer

Weiden. (rg) Ein faules Osterei? Ein später Aprilscherz? Ach du dickes Ei: Volksbank-Direktor Gerhard Ludwig kann nicht darüber lachen. Die Fassade seines Kreditinstituts diente einige Tage als Werbefläche für die "wohl geilste Oster-Party des Jahres". Und Ludwig wusste überhaupt nichts davon.

Wie auch? Für die Passanten in der realen Welt des Karstadt-Vorplatzes war das freche Josefshaus-Plakat unsichtbar. Dafür stach es Internet-Surfern in aller Welt ins Auge. Die Live-Kamera von Inge Rippls Erfolgs-Homepage weiden-zuhause.de (90 000 Besucher seit 1. Januar) zeigte beharrlich das bunte Party-Poster an seriöser Bank-Fassade, wo es zwischen erstem und drittem Stock mehrere Fenster verdeckte. In Wahrheit saß natürlich kein Banker im Dunkeln: Beim Plakat, das für Ostersonntagabend unter anderem "Sexy Gogo Bunnys" anpries, handelte es sich um eine geschickte digitale Fotomontage.

Der Mann, der die virtuelle Werbung am Montag "angebracht" hat, heißt Antonio L´opez Garcia. "Das sollte nur mal ein Test sein", betont er. L´opez Garcia ist nicht nur Pächter des Josefshauses, er "bewirtschaftet" auch Inge Rippls Homepage. Einträge in deren "Gästebuch" lassen auf gehörige Irritationen der Besucher schließen. "Fotomontage in Bildern, die ja eigentlich die Wirklichkeit wiedergeben sollen, halte ich für weniger amüsant", kritisiert ein gewisser Günther. Ein anderer Surfer fleht: "Werbung für das Josefshaus ist in Weiden ja leider allgegenwärtig. Liebe Frau Rippl, verschonen Sie doch bitte wenigstens das virtuelle Weiden damit." Es gibt aber auch positive Reaktionen. Ein Gastronom etwa fragt an, "ob Sie eventuell in Cam III oben rechts die Veranstaltungshinweise eines meiner Lokale oder die meiner Kollegen hinein projezieren können" ...

Eine Marktlücke gar? Antonio L´opez Garcia jedenfalls hält seine Idee nicht für problematisch - auch nicht für die Volksbank: Weil es eben "die Werbung in Wirklichkeit gar nicht gibt". Im Internet aber doch. Und auch da will die Volksbank nicht mit Begriffen wie "geilste Oster-Party" oder "Sexy Bunnys" in Verbindung gebracht werden, macht Chef Ludwig deutlich: "Solche Sauereien haben mit uns nichts zu tun. Das muss schleunigst weg."

Kein Problem! "Falls sich jemand aufregt, nehmen wir das Plakat schneller raus, als irgendjemand schauen kann", kündigte L´opez Garcia dem NT an. Nach einem Beschwerdeanruf Ludwigs am frühen Donnerstagnachmittag dauerte es aber doch bis Abend, bis das virtuelle Plakat verschwand. Nach wie vor können daneben die Störche auf dem Alten Rathaus beobachtet werden. Hoffentlich sind wenigstens die echt ...

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