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Von (uz)  |  30.03.2006  | Netzcode: 10861164  |  641 Mal gelesen.
Weiden

"Schlangentanz" in einsamer Kapelle

Krimi-Autorin Hildegunde Artmeier schafft düster-kribbelige Stimmung - Lesung mit Krystina Kuhn

Weiden. (uz) "Meine Tatorte sind alle erfunden", outete sich Krimiautorin Hildegunde Artmeier, die nahe Regensburg lebt. Gemeint sind allerdings nur die Gebäude und Räume, in denen sie ihre Opfer hinmeucheln lässt. Die Donaumetropole selbst und die Oberpfälzer Landschaften lässt sie im Originalzustand. Leute mit Ortskenntnissen finden sich in ihren Romanen bestens zurecht.

Am Dienstagabend las die Autorin gemeinsam mit Kollegin Krystina Kuhn in der Regionalbibliothek. "Ladies Crime Night" hieß die düster-kribbelige Autorenlesung im Rahmen der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage. Im Lesecafé ging es um Mord und Totschlag, Täter und Ermittler. Dabei wurde ein klares und sehr intimes Bild der einzelnen Personen gezeichnet.

Lilian Graf ermittelt



Hildegunde Artmeier las aus zweien ihrer Bücher. "Schlangentanz" aus dem Jahr 2004 spielt in einer einsamen Kapelle, mitten in der Oberpfalz, wo am Neujahrstag die Leiche einer brutal ermordeten Frau entdeckt wird. Kommissarin Lilian Graf, die auch in der zweiten Geschichte tätig ist, übernimmt die Ermittlungen. Sie kämpft sich durch einen kalten Winter. Die Spuren führen schließlich nach Böhmen, womit sich der Bogen zum Thema der Veranstaltungsreihe spannt. Die Autorin bewies auch beim Lesen einen wunderbaren Stil, der die Zuhörer mitriss und ihnen das Gefühl gab, in der Figur der Kommissarin den Fall zu lösen. In "Katzenhöhle" aus dem Jahr 2005 ging es um die Aufklärung des Mordes an der international gefeierten Balletttänzerin Mira in Regensburg. Lilian Graf hängt sich erneut tief hinein in den Fall.

Es geht um die Hassliebe zweier ungleicher Schwestern. Natürlich ließ die Autorin die Katze im Sack. Die Lesung endete mit der Festnahme eines Tatverdächtigen. Mehr Informationen über den Fall gab die Schriftstellerin nicht preis. Sie erschließen sich nur denjenigen, die das Buch lesen. Ähnlich verhielt es sich auch bei "Engelshaar", das Krystina Kuhn im vergangenen Jahr veröffentlicht hat.

In ihrem Krimi ermittelt die Polizeipsychologin Hannah Roosen in einem Ritualmord. Ein junges Mädchen muss sterben, ein anderes verschwindet mitten in Frankfurt. Beide gehören einer religiösen Gemeinde von Aussiedlern an, die nach Deutschland gekommen sind, getrieben von Hoffnung und Verzweiflung. Doch ihre Hoffnungen erfüllen sich nicht.

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