Weiden
Weg von den Klischee-Berufen
"Girl's Day" soll bei Mädchen die Neugierde an frauenuntypischen Berufen wecken
Weiden. (hes) Wie funktioniert ein Telefon? Wie sieht eigentlich ein Computer von innen aus? Diese und viele andere Fragen soll der Mädchen-Zukunftstag oder "Girl's Day" beantworten. In Weiden geht er am 27. April bereits in die fünfte Runde. Sinn und Zweck der Idee ist es, junge Frauen für "typische" Männerberufe zu begeistern und deren Neugierde an Technik oder Naturwissenschaft zu wecken.
Interessierte Mädchen werden in Betriebe eingeladen und in den Berufsalltag integriert. Mädchen ab der fünften Klasse können beim "Girl's Day" mitmachen. Egal ob aus Haupt- oder Realschule oder dem Gymnasium. "Dieses Jahr stehen 145 freie Plätze zur Verfügung", informiert Margot Salfetter, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt an der Agentur für Arbeit in Weiden. Zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten Barbara Mädl (Neustadt/WN), Gerlinde Englmann (Tirschenreuth) und Monika Langner (Weiden) organisiert sie den "Girl's Day"."Mehr als die Hälfte der Mädchen entscheidet sich für einen von zehn frauentypischen Berufen, wie Friseuse oder Erzieherin. In Studiengängen wie Ingenieurwissenschaften oder Informatik sind Frauen deutlich unterrepräsentiert", bedauert Margot Salfetter. Junge Frauen hätten oft einen besseren Schulabschluss als ihre männlichen Altersgenossen, würden sich aber zu wenig zutrauen. "Wir wollen den Mädchen die Hemmschwelle nehmen." Auch die Berufe der Eltern, da sind sich die vier verantwortlichen Frauen einig, spielen bei der Berufswahl der Töchter oft eine große Rolle. "Viele wollen denselben Beruf wie die Mutter ausüben", meint Margot Salfetter. Damit sollten sich die Erziehenden nicht zufrieden geben, im Gegenteil, Eltern sollten ihre Töchter drängen, sich auch andere, für Frauen untypische Berufe anzusehen. "Die Zukunftschancen und auch die Bezahlung ist in technischen Berufen immerhin oft höher."
Nächstes Jahr für Jungs
Mit Plakaten und Flyern machen die Organisatorinnen in den Schulen auf ihre Aktion aufmerksam und die Resonanz ist groß. Auch die Firmen freuen sich über die Mädchen im Betrieb. "Diejenigen, die schon einmal welche eingestellt haben, sind bereit, es wieder zu tun." Dieses Jahr nehmen das Berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) Weiden, die Telekom, Hör Technologie, Volkshochschule, die Bundespolizeiinspektion Bärnau, der BHS Ausbildungsverbund Weiherhammer und Kennametal aus Vohenstrauß teil.
Am 27. April geht's los. Da heißt es den Schulranzen in die Ecke stellen und ab in den Berufsalltag. Nächstes Jahr übrigens, so Monika Langner, soll das Ganze auch mal umgedreht sattfinden. "Da wollen wir dann jungen Männern Frauenberufe schmackhaft machen." Infos unter www.girls-day.de oder bei Margot Salfetter, Agentur für Arbeit, 0961/4097610.
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