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Von Stefan Voit  |  28.03.2006  | Netzcode: 10859997  |  489 Mal gelesen.
Weiden

"Heimat heißt, auch Schweigen können"

Zu Gast bei den 22. Weidener Literaturtagen: die Autorin und Regisseurin Christiane Neudecker - Teil II

Christiane Neudecker, geboren 1974 in Erlangen, ist Regisseurin beim Berliner Künstlernetzwerk phase7 performing.arts. Für ihre Erzählungen wurde sie mit mehreren Fränkischen Literaturpreisen ausgezeichnet, 2003 erhielt sie den Alfred-Gesswein-Preis, im Sommer 2003 war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. "In der Stille ein Klang" (Sammlung Luchterhand) ist ihre erste Buchveröffentlichung.

Bei den 22. Weidener Literaturtagen ist sie in der am ersten Leseabend (12. Mai) ab 20 Uhr im Kulturzentrum "Hans Bauer" zu hören. Die Kulturredaktion führte mit ihr dieses Interview.

Heimat ist das Gegenteil von Fremde, das Museum unserer Kindheit, der Fluchtpunkt der Erinnerung. Welche Assoziationen fallen Ihnen zu "Heimat" spontan ein?

Neudecker: Nähe. Ein Lächeln. Schweigen können.

Für den Philosophen Ernst Bloch war Heimat die "Zielsetzung allen Hoffens", niemals ein Ort, sondern ein Prozess. Für Hilde Domin war das Meer die Heimat, für Herbert Achternbusch ist sie das Ewige, Lautlose ... und für Sie?

Neudecker: Heimat ist die Reibefläche zwischen dem Vertrauten und dem Fremden. Das Aufatmen, wenn man sich findet.

Wo liegt Ihre persönliche Heimat? Ist das ein Garten, eine Stadt, oder wo der Schreibtisch steht?

Neudecker: Orte, mit denen ich mich verbunden fühle. Der Wind auf dem Kniepsand, die Weite. Menschen: meine Mutter, meine Freunde, egal wo.

Was trennt Sie von der Heimat?

Neudecker: Nur - manchmal - die eigene Unruhe.

Welche Rolle spielt Heimat in Ihrem schriftstellerischen Werk?

Neudecker: Die Figuren suchen sie. In sich. Außerhalb.

Woran arbeiten Sie gerade?

Neudecker: Am zweiten Buch.

Sind Ihnen die Literaturtage ein Begriff? Mit welchen Erwartungen kommen Sie nach Weiden?

Neudecker: Gehört habe ich viel. Und freue mich jetzt auf den eigenen Eindruck.

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