Düsseldorf
"Parasitäres Geschreibsel"
Düsseldorfer Rathaus verbietet Oberpfälzer Autor Horst Eckert Lesung in Stadtbibliothek
Düsseldorf. "Diesen Autor kenne ich nicht - er produziert nur parasitäres Geschreibsel." Diese erstaunlichen Aussagen stammen von Düsseldorfs langjährigem Oberbürgermeister und Kulturdezernenten Joachim Erwin (CDU) und bezieht sich auf den deutschlandweit bekannten und preisgekrönten Oberpfälzer Krimiautor Horst Eckert, der seit 1987 in der rheinischen Metropole lebt und arbeitet.
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| Horst Eckert. (Bild: apz) |
Satirische Kurzgeschichte
Die im Sommer 2005 von Eckert verfasste geschriebene satirische Krimi-Kurzgeschichte "Wege zum Ruhm" (erschienen am 15. Februar 2006 in der Anthologie "Blutgrätsche - Weltmeisterkrimis", Grafit-Verlag) befasst sich mit kommunalpolitischen Details im Zusammenhang mit Querelen um die LTU-Arena, deren Baufinanzierung und betriebliche Nutzung letztes Jahr viele Schlagzeilen verursachte.
Ein großes Problem für das neue moderne Düsseldorfer Prestige-Stadion, das nach der Münchner Allianz-Arena die zweite Stelle aller deutschen Stadien einnehmen sollte, war die Absage des DFB (Deutschen Fußballbundes), das Stadion doch nicht als Austragungsort von Spielen der Fußball- Weltmeisterschaft zu nutzen, fatal. Nun dient der Bau nur den Begegnungen der Regionalliga und ist dafür mit 40 000 Plätzen viel zu groß dimensioniert.
Horst Eckert hält an der geplanten Lesung seiner realsatirischen Kurzgeschichte "Wege zum Ruhm" um einen "Oberbürgermeister Dagobert Kroll" fest, ein neuer Veranstaltungsort wird gesucht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Lesung meiner Kurzgeschichte der Stadt in irgendeiner Art Schaden zufügt. "Nicht ich, sondern das Büro des Oberbürgermeisters produziert hier einen Skandal," merkt Eckert an.
Zahlreiche Preise
Der in Weiden geborene und in Pressath aufgewachsene renommierte Autor, der bisher acht Kriminalromane im Grafit-Verlag erfolgreich veröffentlichte, und sowohl mit dem Friedrich-Glauser- und dem Marlowe-Krimipreis ausgezeichnet wurde, wundert sich über das Demokratieverständnis des Düsseldorfer Stadtoberhaupts und auch über die sprichwörtliche Toleranz und Weltoffenheit der rheinischen Großstadt, mit der es wohl nicht weit her zu sein scheint. Eckerts letzter Roman "617 Grad Celsius" befasste sich fiktiv mit starken landespolitischen Bezügen um einen Ministerpräsidenten ohne zu einem Skandal zu führen.
"Als Schriftsteller bin ich der Letzte, der sich den Mund verbieten lässt! Ich schreibe was mir Spaß macht - und was meinen Lesern Vergnügen bereitet!" Horst Eckert arbeitet bereits an seinem nächsten Krimi, der 2007 erscheinen soll - und ebenfalls wieder eine freie Handlung mit kommunalpolitischen Details seiner Wahlheimat Düsseldorf satirisch verarbeiten wird.
Weitere Informationen: www.horsteckert.de
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