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Von (awl)  |  10.01.2006  | Netzcode: 10815536  |  609 Mal gelesen.
Weiden

Jungbrunnen für die "grauen Zellen"

Mentales Anti-Aging im Maria-Seltmann-Haus - Prof. Dr. Siegfried Lehrl zieht Zuhörer mit "Gehirnjogging" in seinen Bann

Weiden. (awl) Diese Klagen kennt der Professor: "Ich fühle mich so schlapp. Ich kann mich einfach nicht aufraffen und bin unmotiviert." Aber mit "Gehirnjogging" bietet er Abhilfe. Zahlreiche Zuhörer lauschten im Maria-Seltmann-Haus dem Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Lehrl, Akademischer Direktor der psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen.

Einen lehrreichen Nachmittag erlebten die Besucher des Vortrages "Mentales Anti-Aging (MAT): Erfolg durch geistige Fitness." Dr. Lehrl bezog die Zuhörer aktiv in seinen Vortrag mit ein und ließ viele Beispiele mitdenken. "Es ist wichtig, das Gehirn zu trainieren, da das Altern stark vom geistigen Altern abhängt." Innerhalb von drei Wochen erhöhe sich der Intelligenzquotient (IQ) mittels MAT um durchschnittlich fünf bis zehn Prozent.

Durch geistige Betätigung steigt zudem die Lebensqualität, da die Personen mehr Selbstvertrauen erlangen. "Sie sind fitter und sehen jünger aus." Gesteigerte geistige Leistungsfähigkeit ist also auch äußerlich sichtbar. Doch sie ist abhängig von der Tages- und Jahreszeit. "Je grauer der Himmel, desto mehr muss für die geistige Fitness und das seelische Wohlbefinden getan werden, sonst sinken Optimusmus und Motivation." Der abgedunkelte Saal für den Diavortrag sei eigentlich schlecht geeignet, erläuterte Dr. Lehrl: "Schön warm, gemütlich und abgedunkelt. Wären sie Hühner, würden sie schon schlafen." Eine halbe Stunde spazieren gehen oder ein Mittagsschlaf wirkten dagegen als Aufwachhilfe oft Wunder und seien eine wunderbare Lernhilfe. Auch laufen, schreiben und Kaugummi kauen machen wach: Hirngerechte Bewegung nicht nur im Kopf.

Doch nicht nur das mentale Training, sondern auch die Ernährung hält fit. Durch gesundes Essen und komplexe Kohlenhydrate wie Kartoffeln und Nudeln verbessert sich anhaltend die geistige Fitness. Weitere Tipps: das Essen genießen, und ausreichend trinken, bevor der Durst kommt, etwa zwei Liter pro Tag.

Besser Hören und Sehen



Viele Personen hören in zunehmenden Alter schlechter. Der IQ sinkt. Abhilfe: Hörgerät. Ein weiteres Problem ab 75 Jahren ist der graue Star, eine Trübung der Augenlinse. Durch eine Operation sehen die Personen wieder klar, nehmen mehr am sozialem Leben teil und werden viel intelligenter.

Neuer Lernstoff? "Kleine, leicht verdauliche Häppchen nehmen." Geistige Unterforderung - Langeweile, langes Fernsehen - ist genauso gefährdend wie Überforderung: viel nebeneinander tun, keine Pausen. Dies führt zu Stress, Unlust und somit zur Voralterung. Deswegen: "Alles was reizvoll und abwechslungsreich ist, ist gut."

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