Weiden
In Teufels Küche gekommen
Stiftländer: Seriöse Pläne für "Hooters"-Europavertretung geschmiedet - Jetzt Klage am Hals
"Kurz vor dem Vertragsabschluss" sei er gestanden, behauptet der Geschäftsmann. Von Weiden aus wollte er die Weichen stellen, damit die US-Restaurantkette "Hooters" die Republik erobern kann. Ohne sein Zutun eröffnete am 18. November allerdings - unter gehörigem Medienrummel - eine erste Filiale im Saarland. Und der Oberpfälzer Unternehmer geriet mit seinen Aktivitäten bei den offiziellen Vertretern von "Hooters" in Deutschland in den Verdacht, als Trittbrettfahrer auf den Zug aufspringen zu wollen (wir berichteten). Nun habe er eine Klage "über einen sechsstelligen Betrag" am Hals, erzählt der Stiftländer dem NT.Denn in seine ehrgeizigen Pläne war "Hooters"-Anwalt Dr. Alexander Stopp (Frankfurt) ebensowenig eingeweiht wie Pressesprecher Michael Rennig. Kein Wunder, meint der Unternehmer: "Ich stand direkt mit ,Hooters' in Amerika in Verhandlungen." Dies bereits "seit eineinhalb Jahren". Angebliches Ziel: die Eröffnung einer Europa-Vertretung, die nach den Worten des Stiftländers unter anderem die Vergabe der "Franchise-Verträge" koordinieren sollte. Sie wäre damit der erste Anlaufpunkt für Interessenten gewesen, die in Deutschland ein "Hooters"-Restaurant betreiben wollen (laut "Hooters"-Sprecher Rennig ist dies allerdings nicht zutreffend).
"Interne" Internet-Seiten
Bereits im letzten Jahr sei er dazu auch nach Atlanta geflogen, sagt der Geschäftsmann. Um den Amerikanern etwas vorweisen zu können, sei er in Vorleistung gegangen. Mit einem Stammkapital von 1,5 Millionen Pfund habe er zunächst die Firma "Hooters Of Europe Ltd." mit Sitz in London gegründet. Eine Zweigniederlassung in Frauenricht ließ er vor einigen Wochen ins Weidener Handelsregister eintragen. Auf diese Weise geriet das Vorhaben, das der Unternehmer nach eigener Aussage still und leise vollenden wollte, allerdings ins Licht der Öffentlichkeit.
Über eine Internet-Suchmaschine stieß der NT auf eine Homepage des Geschäftsmanns, auf der unter anderem "Hooters"-Accessoires angeboten wurden. Für Dr. Stopp roch das nach illegaler Geschäftemacherei. Der Unternehmer beteuert, die Internet-Seiten seien nur für den "internen Gebrauch" bestimmt gewesen: um den designierten US-Partnern zu demonstrieren, "was wir auf die Beine stellen können". Über allgemeine Suchbegriffe seien die Seiten nicht zu finden gewesen. Und Umsätze, so versichert der Stiftländer, habe er auch nicht getätigt.
Weshalb er die mehrmaligen Anfragen des NT über Wochen unbeantwortet ließ? Er sei "viel unterwegs gewesen", antwortet der Unternehmer. Dem NT wirft er nun vor, all seine Bemühungen zunichte gemacht zu haben. "Hooters"-Pressesprecher Rennig dementiert dies (siehe "Hintergrund"): "Hooters of America" habe sich schon vor langer Zeit gegen den Oberpfälzer entschieden.
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